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Rundgang durch die Gemäldegalerie
der Akademie der Bildenden Künste in Wien

Nach einem Entwurf von Theophil Hansen wurde 1877 der heutige Bau der Akademie der Bildenden Künste in Wien eröffnet. Die Deckengemälde der Aula stammen von Anselm Feuerbach.
Die Gemäldegalerie der Akademie erreicht man über ein hohes Stiegenhaus, das die einzelnen Stockwerke und deren weitläufige Gänge miteinander verbindet. Der Bestand der heutigen Gemäldegalerie ging sowohl aus der hauseigenen Lehrmittelsammlung als auch aus Schenkungen von Künstlern und Mäzenen hervor. Die Gemälde sind zum größten Teil gut präsentiert und umfassen einen Zeitraum von der italienischen Tafelmalerei des 14. und 15. Jahrhunderts bis zur Malerei im Umkreis der Akademie aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert, welches durch besonders treffende Beispiele einer ins künstlerische Abseits geratenen Akademiemalerei vertreten ist.

Wohltuend bei einem Rundgang durch diese Galerie ist das seltene Auftreten von Besuchern, uninteressierten Schulklassen mit ihren überforderten Lehrern oder Touristengruppen. Noch erfreulicher ist die Abwesenheit jener Art von moderner Kunst, welche zu einem beträchtlichen Teil laut, unernst, oberflächlich und gleichgültig ist, weil sie vorgibt, Ausdruck der Gegenwart zu sein, aber bloß den Müll des Augenblicks präsentiert. Einst galt, dass Kunst die Seele anspricht und daher keiner Erklärung bedarf. Das Erklärungsbedürfnis vieler Kunstwerkproduzenten ist heute deshalb so wortreich, weil ihre Werke so stumm sind.

Der nun folgende Gang durch die Gemäldegalerie widmet sich einigen Gemälden, welche den Geist eines von ursprünglichen Mythen geprägten Lebens wiedergeben und sich daher nicht in rationaler Selbstüberschätzung verlieren.



   
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