Giovanni Bellini

Giovanni Bellini (etwa 1433 bis 1516), der Abkömmling einer venezianischen Malerfamilie, gilt als der wichtigste Maler Venedigs während der letzten Jahrzehnte des 15. und am Beginn des 16. Jahrhunderts. Seine lange Tätigkeit hat einen Wandel in der venezianischen Malerei herbeigeführt, welche noch byzantinischen Schemata, goldenen Hintergründen und gotischen Eleganzvorstellungen verbunden war.

Giovanni Bellini wurde in der venezianischen Werkstatt seines Vaters Jacopo ausgebildet und schuf dort auch sein Frühwerk. Die ersten Gemälde der sechziger Jahre des fünfzehnten Jahrhunderts waren vom Vorbild Andrea Mantegnas in Padua, dem Mann seiner Schwester Nicolosia, beeinflusst. Danach gelangte er zu einem ganz persönlichen Stil, der sich in einer warmen Interpretation von Licht und Farbe niederschlug. Von grundlegender Bedeutung für die stilistische Entwicklung Bellinis war die Ankunft von Antonello da Messina in Venedig im Jahre 1475.

1483 wurde Giovanni Bellini zum offiziellen Maler der Republik ernannt. In den siebziger und achtziger Jahren schuf er Werke, welche einen Meilenstein in der Entwicklung der venezianischen Malerei darstellen. Seit den neunziger Jahren beschäftigte er zahlreiche Gehilfen, um der ständig wachsenden Auftragslage entsprechen zu können. Von 1496 bis 1505 stand Bellini mehrfach in Verbindung zum Hof der Gonzaga und gehörte zu den Künstlern, welche von Isabella d’Este, Markgräfin von Mantua, mit einer Serie von Gemälden zur Ausstattung ihres Studierzimmers beauftragt wurden. Am 29. November 1516 starb Giovanni Bellini in Venedig.

Rang und Ansehen Giovanni Bellinis belegt nicht zuletzt das Zeugnis Albrecht Dürers, der am 6. Februar 1506 aus Venedig an seinen Freund Willibald Pirckheimer schrieb, der schon alte Bellini sei noch immer der beste Maler der Serenissima.

(Kleine Auswahl seiner Werke folgt demnächst!)