Andrea Mantegna

Andrea Mantegna wurde 1431 im Umland von Vicenza geboren. Sein Vater besaß eine Tischlerei. Schon früh kam Andrea Mantegna in die Werkstatt Francesco Squarciones, der ihn, als er Mantegnas Talent erkannte, adoptierte. Als Mantegna seine ersten Erfolge errang, ließ er durch Gerichtsbeschluss die Adoption aufheben, um seine Unabhängigkeit als freier Mann wiederzuerlangen.

1448 erhielt Mantegna seinen ersten wichtigen Auftrag. Gemeinsam mit Nicolò Pizzolo gestaltete er bis 1557 einen Teil des Freskenzyklus der Ovetarikapelle in der Eremitenkirche in Padova mit der Legende der heiligen Jakobus und Christophorus. Die neuen Elemente seines Stils waren so gewaltig, dass Mantegna damit den Zorn seiner Auftraggeber hervorrief, die ihn wegen der unkonventionellen Darstellung verklagten. Die gewagte perspektivische Komposition und der antikisierende Ausdruck riefen bei vielen zeitgenössischen Künstlern ein starkes Echo hervor. Leider wurde die Kapelle im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört.

1453 heiratete Mantegna die Schwester von Giovanni Bellini, Nicolosia. Allmählich entwickelte sich zwischen den beiden Malern eine enge künstlerische Beziehung.

Um 1459 zog Mantegna nach Mantua und trat dort in die Dienste der fürstlichen Familie Gonzaga. Mit den vielfältigen Aufgaben eines Hofkünstlers wie der Ausführung von Gemälden, Festdekorationen, szenographischen Entwürfen und Stichen beschäftigt, verließ er lediglich für zwei kurze Reisen nach Pisa, 1467, und nach Florenz, 1468, sowie für einen längeren Romaufenthalt, wo er eine Kapelle für Papst Innozenz VIII. in der Villa del Belvedere des Vatikans ausmalte.

In Mantua schmückte Mantegna von 1465 bis 1474 die sogenannte Camera degli Sposi im Castello di San Giorgio, dem ältesten Teil des Palazzo Ducale, mit Wandbildern aus. Diese schildern Szenen am Mantuaner Hof des Ludovico Gonzaga. Am Ende des Jahrhunderts begann Mantegna eine Serie von Leinwandgemälden, etwa mit dem Triumph Caesars. Desgleichen schuf er von der Markgräfin Isabelle d’Este für ihr Studierzimmer im Palazzo Ducale von Mantua bestellte Allegorien. Die eine stellt Minerva dar, welche die Laster verjagt. Die andere Allegorie hat den Parnass zum Inhalt, den Sitz des Gottes Apollon und der Musen. Über dem Entwurf eines weiteren Bildes dieser Serie, den Triumph des Comus und Merkur darstellend, starb Andrea Mantegna 1506.

(Kleine Auswahl seiner Werke folgt demnächst!)