Der Islam

Mohammed

Muhammed (arab., der Gepriesene) wurde 570 in Mekka geboren und starb am 8.Juni 632 in Medina, wo er auch begraben ist. Er war zunächst ein durchaus erfolgreicher Kaufmann, machte sich aber schon früh Gedanken über das Leben, Ursprung und Ende, Mensch und Gott. Mit 40 Jahren hatte er ein Berufungserlebnis: In Auditionen und Visionen glaubte er durch Vermittlung des Engels Gabriel die von Gott in einem Buch niedergelegte eine Offenbarung zu vernehmen. Er erhielt den Befehl, sie als Prophet den Arabern zu verkünden. Seine Predigten trugen ihm die Gegnerschaft der Mächtigen in Mekka ein. Daher sah er sich 622 gezwungen, nach Medina auszuwandern. In Medina bewährte sich Mohammed als kluger Diplomat, dem es bald gelang, hohe politische Autorität zu gewinnen. Er bezeichnete sich bald als den Letzten der Propheten und seine Lehre als die Wiederherstellung der von Juden und Christen verfälschten Religion Abrahams. Die dem Abraham zugeschriebene Gründung der Kaaba, machte er an Stelle von Jerusalem zum Ort der Gebetsrichtung.

Mohammed betrachtete sich, so steht es auch im Koran, stets nur als einen der Sünde fähigen Menschen. Erst die spätere Zeit schrieb ihm Sünden- und Irrtumslosigkeit, Wunder und allgemeine Vorbildlichkeit zu.

Zwar kann das Christentum in Mohammed nicht einen Träger göttlichen Offenbarung sehen, doch wird sehr wohl die subjektive Ehrlichkeit seiner Erlebnisse und der sittliche Gehalt seiner Lehren anerkannt.


Der Koran

Die Lehre Mohammeds ist im heiligen Buch des Islams, dem Koran, für die Nachwelt aufbewahrt. Der Koran ist in arabischer Sprache geschrieben und in 114 Kapitel, Suren, gegliedert. Diese sind wieder in kurze Abschnitte, Ajat (=Verse) untergeteilt. Jede Sure hat einen Namen, die erste Sure heißt z.B. die Eröffnende, und einen Hinweis auf den Ort der Offenbarung, z.B. Mekka oder Medina. Mit Ausnahme der ersten Sure ist der Koran nach der Länge der Suren geordnet, die längsten befinden sich am Anfang, die kurzen am Schluss des heiligen Buches.

Das Wort Koran, das "oft zu lesende" Buch geht auf die hebräische Wurzel "kara" = lesen zurück. Der Koran wurde von Mohammed in arabischer Sprache reiner Mekkaner Prägung in den Jahren von 610-632 verfasst.

Arabisch spricht Mohammed zu seinen heidnischen Landsleuten, damit sie Allahs Wort verstehen können, doch an alle Welt, nicht nur an die Araber, ist der Koran gerichtet.

Während dreiundzwanzig Jahren erhielt Mohammed diese Offenbarungen als der letzte der Propheten. In der 25. Sure, Vers 33 wird die lange Zeit erklärt: Es wäre sonst den Herzen der Gläubigen zuviel geworden.

Plastisch wird Maria dargestellt, die Mutter Jesu, des auserwählten Menschen. Jesus ist ein bevorzugter Prophet Allahs.. Der Heilige Geist ist der Engel Gabriel, der Bote Allahs. Die christliche Trinität, die Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist, erscheint den Moslems als Widerspruch zum reinen Monotheismus. Sie erblicken darin einen Tritheismus, einen Dreigötterglauben.


Die sechs Grundpfeiler des islamischen Glaubens

Der Moslem glaubt an:


Die Ziele des Islams

Der Islam befasst sich nicht nur mit der Erlösung im Jenseits, sondern richtet sein Augenmerk im gleiche Maße auch auf das diesseitige Leben. Sittliche Vollkommenheit, sozialer Fortschritt, wirtschaftliche Gerechtigkeit, zwischenmenschliche Liebe und Barmherzigkeit, politische Dauerhaftigkeit und Frieden sind die Ziele, die der Islam zur Erreichung wahren menschlichen Glücks in diesem Leben zu verwirklichen sucht. Deshalb ist im Islam eine Trennung von Staat und Religion schwer möglich.


Die gottesdienstlichen Pflichten eines Muslim

Der Koran schreibt dem erwachsenen, reifen und geistig gesunden Muslim folgende fünf religiöse Pflichten vor:

  1. Das Glaubensbekenntnis (Schahada): Der Mensch ist erst dann Muslim, wenn er folgenden Satz ausspricht und daran glaubt: "Ich bezeuge, dass es nur einen Gott gibt, ich bezeuge, dass Mohammed sein Diener und Gesandter ist."
  2. Das fünfmalige Gebet am Tag (Sal-at): Morgengebet (bei Anbruch des Tageslichts), Mittagsgebet, Nachmittagsgebet, Abendgebet (gleich nach Sonnenuntergang), Nachtgebet. Die Gebete werden durch eine rituelle Waschung eingeleitet. Die äußerliche Reinigung soll der Reinigung der Seele durch das Gebet vorangehen. Am Freitag hält der Imam (= Vorbeter in der Moschee, der das Gebet der Gemeinde leitet) vor dem Mittagsgebet eine Predigt.
  3. Die Armensteuer (Zakat): Die Muslims werden in zwei Gruppen geteilt: Die erste Gruppe besitzt mehr als das Existenzminimum, die zweite besitzt weniger. Die Ersteren müssen 2,5% ihres Gesamtvermögens jährlich zugunsten der Zweiteren abgeben. Dies ist nicht nur ein Faktor des sozialen Systems, sondern soll gleichzeitig auch ein Mittel zur seelischen Läuterung des Menschen sein.
  4. Die Pilgerfahrt (Hadj): Jeder Muslim, der gesund und finanziell in der Lage ist, die Fahrt nach Mekka und Umgebung zu vollbringen, ist dazu mindestens einmal im Leben verpflichtet. Die Pilger müssen sich an bestimmten Kalendertagen in Mekka und Umgebung versammeln und bestimmte Rituale durchführen:
    -- die siebenmalige Umgehung um Al-Kaaba,
    -- der siebenmalige Durchzug zwischen zwei Hügeln,
    -- die Fahrt zum und Übernachtung auf dem Hügel der Gnade
    -- die Opferung eines einjährigen Lammes zur Erinnerung an das Opfer Abrahams.
    Bei der Pilgerfahrt sollen die Menschen die Verwirklichung des Ideals islamischer Gleichheit erleben. Es ist auch für alle eine einheitliche, einfache Bekleidung vorgeschrieben, die aus zwei weißen, ungesäumten Tüchern besteht.
  5. Das Fasten: Das vorgeschriebene Fasten im Monat Ramadan soll auch der Selbstbeherrschung dienen. Es verlangt eine absolute Enthaltsamkeit von Essen, Trinken, Tabakgenuss und des ehelichen Verkehrs vom ersten Licht des Tages bis zum Sonnenuntergang.

Sunniten und Schiiten

Sunna (arab., überkommene Handlungsweise) bezeichnet die Gesamtheit der von Mohammed überlieferten Aussprüche, Entscheidungen und Verhaltensweisen, die im Islam als Richtschnur des Handelns im persönlichen und staatlichen Bereich gelten.

Im achten Jahrhundert entstanden die ersten umfassenden Sammlungen, in denen die Traditionen von der Sunna des Propheten aufgezeichnet wurden. Neben dem Koran bildeten sie die Hauptquelle für die Glaubens- und Sittenlehre des Islams.

Die Sunniten stellen heute etwa 90% der Muslime. Im Gegensatz zu den Schiiten anerkennen sie die Nachfolger Mohammeds, auch wenn sie nicht seiner Nachkommenschaft entstammen.

Schia (arab., Partei) bezeichnet die Partei des 4. Kalifen Ali Ibn Abi Talib, die ihn, den Cousin und Schwiegersohn Mohammeds und seine Nachkommen als einzige rechtmäßige Nachfolger (Imame) des Propheten anerkannte.

Die Schiiten sind auch durch eine allegorische Koranexegese gekennzeichnet.

Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zu den Sunniten ist aber der Glaube an den Imam, als den aus dem Geschlecht Mohammeds stammenden, zur Seligkeit führenden wahren Leiter der Gemeinde, der Träger eines göttlichen Wesensteils ist. Der letzte in der Reihe der Imame wird, da er nicht gestorben ist, sondern verborgen wurde, einst als Mahdi (arab., der von Allah recht Geleitete) wiederkehren.


   
Seite 1
 Seitenanfang
 Seitenende
Druckversion in PDF