Der Katholizismus und die französische Revolution

von Nikolaus Werle

Es ist ein großer Irrtum zu glauben, dass eine demokratische Gesellschaft
der Religion von Natur aus feindselig gesinnt sei:
Nichts im Christentum, auch nicht im Katholizismus,
ist dem Geist solcher Gesellschaften unbedingt entgegen,
und manches darin ist ihm sehr günstig.

(Alexis de Tocqueville, Der alte Staat und die Revolution, 1856)

Nach dem Tod des Königs

Der französische König Ludwig XVI. mag ein durchaus gutwilliger Mensch gewesen sein, der Verantwortung seines Amtes war er jedoch in keiner Weise gewachsen. Er erkannte weder die Zeichen der Zeit, noch verfügte er über geeignete Berater oder hatte die Kraft, das Notwendige zu tun. So wurde er zum hilflosen Symbol eines morschen Systems, das zu einer Reform weder willens noch fähig war.
Der König starb viele Tode.
Am 21. Januar 1793 kam es zum letzten Akt. Ludwig XVI. wurde als Louis Capet enthauptet. Das Vorzeigen des Kopfes wurde zu einem Symbol: Das Haupt des Königs wurde der schweigenden Menge nach der Art gezeigt, wie man die Laternen hielt.

Die Hinrichtung Ludwigs XVI. am 21. Januar 1793 nach einem anonymen Gemälde, Musee Carnavalet, Paris

Licht ...

Déclaration des droits de l'homme et du citoyen de 1789
(Text frz. u. dt.)

Der Konvent erließ im Juni 1793 eine neue Verfassung und verabschiedete die Erklärung der Menschenrechte. Diese wurde zu einem Haupttext der Moderne.

Die Menschenrechte von 1793 wurden in „Anwesenheit des Höchsten Wesens“ proklamiert und schlossen die „freie Ausübung der Kulte“ ein. („Jeder Staatsbürger ist in der Ausübung seines Kultes frei.“)

In der Definition der Freiheit vernimmt man Anklänge an die Evangelien: „Tu keinem anderen an, was du nicht willst, dass man es dir antue“.

Das Eigentum wurde als ein natürliches Recht anerkannt. Ebenso das Recht auf Arbeit und soziale Sicherheit.

Der Konvent strebte eine republikanische Brüderlichkeit mit universeller Bestimmung an: Er krönte sein Werk, indem er aus Frankreich die erste Nation der Welt machte, die in ihren Kolonien die sofortige Abschaffung der Sklaverei erklärte. Dabei berief man sich auf die „von dem tugendhaften Las Casas entwickelten großen Prinzipien, die verkannt worden waren“, wie Danton meinte.

... und viele Schatten

Der Begriff „Entchristlichung“ gehörte nicht zum Wortschatz der Revolution, wahrscheinlich geht er auf den großen Historiographen Jules Michelet zurück, der von der „Entchristlichung der lateinischen Wurzeln“ sprach. Der Begriff, der während der Revolution immer wieder gebraucht wurde, war „Entfanatisierung“. Durand de Maillane, der Experte des Kirchenausschusses, meinte: „Fanatisch nennt man jeden Bürger, der ein religiöses Empfinden hat oder zeigt; nichts auf der Welt ist absurder, ich würde sogar sagen, schändlicher für die Gesetzgeber. Der Fanatiker missbraucht seine Religion gegen die Autorität der Regierung.“

Nichts erscheint wahnsinniger in der blinden Brutalität während der Revolution als der im Vandalismus zum Ausdruck kommende Wille, die Schätze des Landes (Kirchen, Statuen, Kreuze, Werke der Goldschmiedekunst, Bilder, Bibliotheken usw.) zu zerstören. Abbé Grégoire, einer der großen Gestalter der Revolution, schrieb in seinen Memoiren: „Ich schuf das Wort, um die Sache zu töten“ und er meinte mit Vandalismus jene Gewalt, die einzig die Zerstörung kennt.


 L'abbé Henri Grégoire
 von Jacques-Louis David,
 Musée des Beaux-Arts et
 d'archéologie de Besançon

Die Hintergründe für die Entchristianisierung muss man sowohl in bestimmten Teilen der seit 1790 betriebenen Religionspolitik als auch in gewissen Zügen der Volksmentalität suchen, die bereits seit Beginn der Gegenreformation virulent waren.

Es gab auch durch die Aufklärung ins Volk gesickerte Auffassungen, wie etwa die des Glasergesellen Louis Menetra, der den Katalog der Heiligen im gregorianischen Kalender ersetzen wollte durch die Liste „der nützlichen Erzeugnisse der Erde, der Werkzeuge, derer wir uns für den Landbau bedienen, und dieser Haustiere, unserer treuen Diener, die in den Augen der Vernunft wahrscheinlich weit wertvoller sind als die seliggesprochenen Skelette, die man aus den Katakomben Roms zieht.“

Die Gräberschändung von Saint-Denis

Einen Höhepunkt erreichte der revolutionäre Zerstörungswahn in Saint-Denis in den Tagen zwischen dem 12. und 25. Oktober 1793. 157 Königssärge wurden aufgebrochen oder zerstört. Voller Hass riss man die mumifizierten Überreste der Könige Frankreichs aus ihren Ruhestätten. Man raubte alles, sogar Zähne und Knochen, die von neugierigen Zuschauern als Erinnerungsstücke nach Hause mitgenommen und zum Teil öffentlich zum Verkauf angeboten wurden.

Hubert Robert (1733-1808): Schändung der Königsgräber in der Abtei Saint-Denis im Okt. 1793. Musée Carnavalet, Paris

Die Revolution und der Klerus

Die Revolution war in ihrem Anfangsstadium keineswegs kirchenfeindlich. Der Klerus hatte die Revolution gewissermaßen legitimiert, indem er sich in seiner Mehrheit mit dem „dritten Stand“ vereinigte (23. 6. 1789). Als am 12.7.1790 in der „Zivilkonstitution“ der Klerus zu Staatsbeamten gemacht, die geistliche Souveränität aufgehoben und von allen Priestern ein Eid auf diese Verfassung verlangt wurde, kam es zu ersten großen Unstimmigkeiten.

Bald schlugen sich die eidverweigernden Priester auf die Seite der Aristokratie. 1792 wurde der konstitutionelle Klerus vielen Revolutionären ebenfalls verdächtig, denn die überwiegende Mehrheit der verfassungstreuen Priester beklagte die Hinrichtung des Königs.

Jean-Baptiste Gobel, der Erzbischof von Paris, war ein Getriebener. Angesichts der Ereignisse, die sich überschlugen und in denen er keine aktive Rolle spielte, fand er in einem vermeintlich philosophischen Christentum seine Zuflucht. Doch seine Ohnmacht und seine Ängstlichkeit ließen ihn lange zaudern. Am 6. November 1793 beschloss Jean-Baptiste Gobel, sein Amt vor dem Konvent niederzulegen. Er erschien am darauf folgenden Tag mit etwa 400 Priestern vor dem Konvent und gab feierlich seine Abdankung bekannt. Abbé Grégoire, im Violett des Bischofs gekleidet, bot dem brodelnden Konvent die Stirn:

„Man spricht mir von Opfern, ich bin daran gewöhnt. Handelt es sich um Gefolgschaft für die Sache der Freiheit, so sind meine Beweise dafür erbracht. Handelt es sich um das Einkommen, das mit den Ämtern des Bischofs verbunden ist? Ich gebe es auf ohne Bedauern. Handelt es sich um meine Religion? Dieser Glaube steht nicht in Eurer Zuständigkeit. Katholik aus Überzeugung und Empfinden, Priester aus freier Wahl, wurde ich vom Volk bestimmt, Bischof zu sein. Doch weder von diesem noch von Euch erhielt ich meine Berufung ... Handelnd nach den heiligen Prinzipien, die mir teuer sind und die ich Euch trotze, sie mir zu rauben, versuchte ich, in meiner Diözese Gutes zu tun. Ich bleibe Bischof, um es weiterhin zu tun.“

Der bleiernen Stille, mit der diese Worte aufgenommen wurden, folgten die Monate, in denen sich Abbé Grégoire verstecken musste, da die Jakobiner auf ihn ein Kopfgeld ausgesetzt hatten.

Nach der Abdankung Gobels wurde in Notre-Dame ein Freiheitsfest angesetzt: Im Altarraum wurde ein symbolischer Berg errichtet, auf dem eine Schauspielerin die Freiheit darstellte. Der Konvent, Gobel selbst gehörte ihm an, weihte die Kathedrale der Göttin der Vernunft. Kurze Zeit später wurden alle Kirchen von Paris der Vernunft geweiht.

Robespierre aber hatte Bedenken: „Derjenige, der ihn daran hindern will, ist genau so fanatisch, wie derjenige, der die Messe liest ... Der Konvent wird es nicht zulassen, dass man die Priester, die friedlich ihren Gottesdienst halten, verfolgt, aber er wird unnachgiebig und ausnahmslos diejenigen bestrafen, die es wagen sollten, ihr Amt dazu auszunutzen, die Bürger irre zu führen und den Vorurteilen gegen die Republik oder dem Royalismus Vorschub zu leisten.“

Er selbst glaubte an die Existenz Gottes und der Seele und an das ewige Leben. Den Beinamen „Der Unbestechliche“ erhielt Robespierre nicht zuletzt wegen seiner hohen, persönlichen Moral: „Die einzige Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft ist die Moral ... Die Sittenlosigkeit ist der Boden des Despotismus, so wie die Tugend das Wesen der Republik ist ... Wir müssen die allgemeine Moral wieder beleben. Führt uns zum Sieg, aber verbannt vor allem das Laster in das Nichts.“

Tugend und Terror

Die Revolution ersetzte das göttliche Recht des Staates und das Bündnis von Thron und Altar allmählich durch einen weltlichen Staat, der von der Kirche getrennt war.

Die Verweltlichung des Staates machte nach dem 10. August 1792 entscheidende Fortschritte. Die Gesetzgebende Versammlung löste die mit der Erziehung und Fürsorge betrauten religiösen Bruderschaften auf, weil „ein wahrhaft freier Staat keine Korporationen dulden kann“. Das Vermögen der Krankenhäuser, Kollegien und Universitäten wurde zum Verkauf frei gegeben. Unterricht und Fürsorge wurden dem Staat unterstellt. Dasselbe Dekret verbot das Tragen religiöser Kleidung, ausgenommen den Priestern in Wahrnehmung ihrer Pflichten.

Am 26. August 1792 wurde den Eid verweigernden Priestern unter Androhung der Deportation nach Guayana auferlegt, Frankreich binnen 14 Tagen zu verlassen. Am 20. September 1792 wurde die Scheidung eingeführt, da „die Ehe lediglich ein bürgerlicher Vertrag ist... die Möglichkeit der Trennung... aus der individuellen Freiheit sich herleitet, eine unlösbare Verbindung aber deren Untergang bedeuten würde.“

Die Trennung von Kirche und Staat ergab sich aus den wechselvollen Ereignissen des Bürgerkrieges und der Lösung vom Christentum. In seinen Anfängen zeigte sich der Konvent der verfassungstreuen Kirche gegenüber versöhnlich und dementierte in seiner Denkschrift vom 30. November 1792 die Absicht, die Bürger „der Priester, welche die Zivilverfassung ihnen gegeben hat“, berauben zu wollen. Jedoch am 27. Juni 1793 erklärte der Nationalkonvent, dass die Verschuldung des Staates zum Teil in den Gehaltszahlungen an die Geistlichen ihre Ursache habe.

Am 12. August 1793 dekretierte der Konvent die völlige Freistellung und damit Anerkennung der Priesterehe.

Am 28. September 1793 wurde eine Totenfeier mit einem Requiem für die Seelenruhe Ludwigs XVI. in der päpstlichen Kapelle des Quirinalpalastes in Rom abgehalten. Inmitten mehrerer Kardinäle nahm der von der Republik abgesetzte Botschafter Frankreichs, Bernis, teil. Der mit der Totenpredigt beauftragte spätere Nuntius in Wien, Paolo Leardi, verwies nicht nur auf das Verbrechen des Königsmordes, das schon seit geraumer Zeit mit dem Mord an Maria Stuart gleichgesetzt wurde, sondern auch auf die Fehler des Königs.

Die Annahme des republikanischen Kalenders und die Einführung der Dekade (Zeitraum von zehn Tagen, in den die Monate eingeteilt wurden) am 5. Oktober 1793 bildete eine entscheidende Etappe der Entchristianisierung.

Am 15. November 1793 kam es durch den Konvent zu einer folgenreichen Entscheidung. Die Priester wurden zu folgender Alternative gezwungen: Denen, die ihr Amt niederlegten und heirateten, bot man eine jährliche, standesgemäße, finanzielle Unterstützung an, die anderen hatten mit Deportation oder Gefängnis zu rechnen. Etwa 80% machten davon aus den verschiedensten Gründen Gebrauch. Die Wirkung auf das Volk war katastrophal.

Jacob Burckhardt fasste die Raserei der Jakobiner so zusammen: „... die vereinsamten Jacobiner müssen immer vernichtender auftreten, um selbst der Vernichtung zu entrinnen.“ (472) „Die Königsstatuen von Notre Dame hinter der Kirche aufgehäuft, wo man darauf schiss.“ (477) Erzbischof Gobel wurde am 8. April 1794 verurteilt und am 13. April hingerichtet. Aus dem Gefängnis sandte er „in einem ziemlich zerknirschten Brief mes crimes et mes scandales seine schriftliche Beichte an einen seiner Vicare, den Abbé Lothringer, und ersuchte ihn, sich an der Pforte der Conciergerie einzufinden und ihm die Absolution zu geben mit dem ausdrücklichen préambule: ab omni vinculo excommunicationis.“ (479)


Roch Vigneron/ A.Labille-Guiard:
Maximilien Robespierre en habit
de député du Tiers Etat, 1786

Am 7. Mai 1794 legte Maximilien Robespierre in einem langen Text, dem letzten vor seinem Tod, seine Vorstellungen Über die Beziehungen zwischen den religiösen und moralischen Ideen und den Grundlagen der Republik und über die Nationalfeste nieder. Darin sind seine Grundsätze formuliert, welche Frieden und Glück durch Weisheit und Moral sichern sollten. Denn als Fundament einer zivilisierten Gesellschaft betrachtete er die Moral. Der erste Artikel seines berühmten Dekrets lautete: „Das französische Volk erkennt die Existenz eines Höchsten Wesens und die Unsterblichkeit der Seele an.“ Im Artikel VII zählte er die republikanischen Feste auf, die am ersten Tag jeder Dekade zu feiern sind. Darunter befanden sich Feste zu Ehren der Wahrheit und der Gerechtigkeit, der Keuschheit und der Mäßigung.

Der Kampf gegen den Atheismus und gegen die „Sekte der Enzyklopädisten“ wurde für Robespierre zu einer Notwendigkeit. Was könnte es schon bedeuten, „wenn die Existenz Gottes oder die Unsterblichkeit der Seele nur Träume wären... Sie wären immer noch die schönsten aller Erfindungen des menschlichen Geistes.“ Am 9. Juni 1794 fand auf sein Betreiben das Fest des Höchsten Wesens statt, das den mythischen Höhepunkt der moralischen und gesellschaftlichen Einigungsbestrebungen Robespierres darstellte. Als Präsident des Konvents ging er an der Spitze der Abgeordneten. Die ungeheure Menschenmenge, die zusammengeströmt war, um an diesem vom Maler Jacques-Louis David organisierten Schauspiel teilzunehmen, schien für ihn nicht zu existieren. Vor dem Standbild der Weisheit zündete er einige Strohpuppen an, die Atheismus, Ehrgeiz und Egoismus symbolisieren sollten. Man kann sich kaum einen größeren Gegensatz vorstellen als den zwischen den anderen Abgeordneten, die einander untergehakt hielten und die letzten Neuigkeiten über die militärische Situation austauschten, um dann das Fest zu verlassen und sich in den Cafés von Paris zu erfrischen, und dem bleichen Robespierre, der ein religiöses Mysterium feierte und einer anderen Welt anzugehören schien.

Ganz seiner Vision von der Revolution hingegeben, schien Robespierre der feindlichen Gegenwart entfliehen zu wollen. Gelähmt von den Skeptikern und Realisten, deren bloße Existenz schon genug Beweis zu sein schien, dass er niemals werde siegen können, sah er sich dem Tod gegenüber. Joseph Fouché, der auf den Eingängen zu den Friedhöfen die Inschrift anbringen ließ: „Der Tod ist ein ewiger Schlaf“ entgegnete er im Konvent: „... nein, Fouché, der Tod ist keineswegs ein ewiger Schlaf. Bürger, löscht auf den Gräbern diesen ruchlosen Satz aus, der einen dunklen Schleier über die Natur wirft und den Tod beschimpft. Lasst vielmehr einmeißeln: Der Tod ist der Beginn der Unsterblichkeit...“ Denn Robespierre war ein Mensch, dessen Seele, wie Stendhal von einem seiner Helden sagte, „zu groß und leidenschaftlich ist, um sich mit der Realität des Lebens abzufinden“.
Joseph Fouché brachte im Hintergrund die verschiedenen Teile der Opposition gegen Robespierre zusammen. Am 28. Juli 1794 wurde Maximilien de Robespierre mit 21 seiner Anhänger enthauptet.

Madame Tussaud begann ihre Karriere mit dem Anfertigen von Totenmasken. Das Bild zeigt die Totenmasken von Hébert, Robespierre, Louis XVI. und Marie Antoinette.

Am 18. September 1794 wurde vom Konvent beschlossen, dass die Republik in Zukunft weder Unterhaltskosten noch Gehälter an irgendeinen Kultus zahlt. Das Gesetz besagte, dass jede öffentliche Manifestation und alle äußerlichen Zeichen eines Kultes verboten sind.

Am 30. Mai 1795 gestattete der Konvent den einzelnen Religionen die freie Benutzung religiöser Gebäude, soweit diese nicht für andere Zwecke vorgesehen waren. Andrerseits aber verlangte das Dekret vom 29. September 1795 von den Priestern den Schwur „der Unterordnung und des Gehorsams gegenüber den Gesetzen der Republik“. Damit war trotz des dauernden Hin und Her die Trennung von Kirche und Staat vollzogen.

Restauration und Stabilisierung als Vorstufen der Säkularisierung

Die Erfordernisse der gesellschaftlichen Stabilisierung sowie die Bindung des größten Teils der Menschen an die überlieferte Religion erklären, wie schnell die religiöse Restauration unter dem Konsulat sich durchsetzen konnte. Napoleon Bonaparte verstand die Religion auch als Mittel gesellschaftlicher Unterdrückung und die Kirche als Regierungsinstrument. Daher anerkannte er die Katholische Kirche als die Religion der Mehrheit der Franzosen. Er verweigerte ihr jedoch den Rang einer Staatsreligion. Durch „Les articles organiques“ ordnete er die Kirche eng dem Staat unter. Die Trennung von Kirche und Staat verschwand für ein Jahrhundert. Frankreich blieb aber in entscheidenden Ausprägungen seines politischen und gesellschaftlichen Selbstverständnisses weltlich.


Verwendete Literatur:

Jacob Burckhardt: Werke, Kritische Gesamtausgabe. Band 28: Geschichte des Revolutionszeitalters. München: C.H.Beck und Basel: Schwabe 2009.

Jules Michelet: Geschichte der französischen Revolution. Wien, Hamburg, Zürich: Gutenberg-Verlag Christensen & Co. o.J.

Die Geschichte des Christentums. Band 10: Aufklärung, Revolution, Restauration. Hg. von Bernard Plongeron. Freiburg, Basel, Wien: Herder 2000.

Max Gallo: Robespierre. Stuttgart: Klett-Cotta 2007.

Alois Riklin: Emmanuel Joseph Sieyes und die französische Revolution. Bern: Stämpfli, Wien: Manz 2001.

Francois-René de Chateaubriand: Erinnerungen von jenseits des Grabes. Neuried: ars una 1994.


   
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