Der italienische Dichter Giovanni Pascoli wurde am
31. Dezember 1855 in San Mauro di Romagna,
Emilia-Romagna, geboren und starb am 6. April 1912
in Bologna.
Dieses Gedicht wurde von Christoph Ferber aus dem
Italienischen übertragen.
Giovanni Pascoli

Die Silberpappeln

Euch seh’ ich wieder, kahle Silberpappeln,
heut’, wo der Landmann sich zum Säen rüstet,
wo regungslos die gold’nen Morgennebel
den Rebenschössling noch in Dunsthauch hüllen.

Schon hat der Wind die Knospen euch geöffnet
und mahlt und schüttelt eure gelben Blätter,
ich aber, der ich damals schrie: Auf, geh nun!,
spür’, wie im Herzen mir die Tränen tropfen.

Und siehe: Träger Schnee liegt auf den Bergen,
und Regen prasseln elend, und die Winde
des Nordens schlagen nachts erbost an Türen,

die kurzen Tage gehen endlos unter,
und alles welkt und schwindet, nur die Blume
des Tods, die Chrysantheme, blüht noch immer.