Kopf einer antiken buddhistische Statue auf den Malediven.
Sie blieb unzerstört, da sie in einem Museum im benachbarten Sri Lanka aufbewahrt wird.

BUDDHISMUS

1. Über das Leben des Siddharta Gautama, der ein Buddha wurde

Er stammte aus einer Fürstenfamilie des indischen Volkes der Sakyas in Nepal. Seine Familie gehörte der Kaste der Kschatryas, der zweithöchsten des Hinduismus, an. Kennzeichnend für den Werdegang dieses Fürstensohnes ist das in jungen Jahren bereits erfahrene Schalwerden der Freuden des Lebens, mit denen der junge Prinz so üppig verwöhnt worden war.

Eines Tages begab sich Siddharta aus seinem behüteten elterlichen Palast hinaus in die Welt. Am Wegesrand sah er einen zahnlosen, gekrümmten Greis hocken, der ihm zitternd seine verrunzelte Hand hinhielt. Ferner begegnete er einem mit einem ekelhaften Ausschlag behafteten Menschen und kurze Zeit später trug man einen Toten an ihm vorbei. Prinz Siddharta erfuhr nun von seinem Wagenlenker, dass ihm hier das Los und das Ende der Menschen entgegenblickte.
Weil ihn diese Begegnungen immer mehr beschäftigten, fand er keinen Schlaf und ging des Nachts durch den Palast. Die schönen Tänzerinnen, welche ihn durch ihre Künste aufzuheitern versuchen sollten, sah er in ihrem prachtvollen Schlafsaal voller Müdigkeit daliegen, einigen floss Speichel aus dem Mund, einige schnarchten, andere knirschten mit den Zähnen.
Ernüchtert von all diesen Erlebnissen zog Siddharta den Schluss, dass die Freuden und Genüsse des Leben zeitlich begrenzt sind. Wenn sie verschwinden, stellen sich Krankheit, Leiden, Alter und Tod ein. So erkannte er drei Arten von Illusionen: Der Mensch vergisst, dass er alt und krank wird und dass er sterben muss.
Siddharta war 29 Jahre alt, als er beschloss, mit seinem bisherigen Leben zu brechen.
Aus dem Fürstensohn wurde ein Wandermönch. Unter einem Feigenbaum in Mittelindien überkam ihn aus der Leere heraus jene Erkenntnis, die ihn zum Buddha, zum Erleuchteten, machte. Er erlebte einen Seligkeitszustand, den er, die Nichtigkeit aller bisherigen Lebensinhalte durchschauend, als Eintritt in das Nirwana beschrieb. Er entschloss sich, diese ihm zuteil gewordene Erkenntnis auch anderen Menschen zugänglich zu machen. Mara, der ihn ständig begleitende Versucher, wollte ihn dazu verlocken, sogleich ins Nirwana einzugehen, doch der Buddha lehnte dies ab, weil er den Menschen seine Lehre mitteilen wollte.

2. Die Lehre des Buddha

Der Kern der buddhistischen Lehre besteht in den sogenannten vier edlen Wahrheiten:

•   über das Sein des Menschen
•   das Aufhören des Durstes
•   die Aufhebung des Leidens
•   und das Geheimnis des achtfachen Weges

Das Sein des Menschen ist nach dem Naturgesetz des Karma zur Wiedergeburt bestimmt. Aus dem Karma eines Verstorbenen wächst ein neues Wesen hervor. Buddhist sein heißt, das Leben als Leid zu durchschauen und durch Erkenntnis seiner Sinnlosigkeit zur Aufhebung zu bringen.

Den Lebensdurst zum Aufhören zu bringen, ist daher die zweite der vier edlen Wahrheiten. Durch die drei Hauptfehler des Menschen, Begierde, Hass und Verblendung, klammert sich der Mensch an das Irdische fest. Hat sich der Mensch jedoch von jedem irdischen Begehren frei gemacht, dann gibt es für ihn kein neues Karma mehr, er ist den Wiedergeburten entkommen.

Die Aufhebung des Leidens durch die Aufhebung des Lebensdurstes bringt den Menschen ins Nirwana. Dieses ist ein Zustand vollendeter Seelenruhe und daher Gleichgültigkeit gegenüber aller Lust und allem Schmerz. Diese absolute Unabhängigkeit von der Welt wird als eine unbeschreibbare, selige Wonne vorgestellt.

Die vierte edle Wahrheit wird als achtfacher Pfad zum Erlösungsziel des Nirwana beschrieben, wobei dieser Weg die Gesamtheit des menschlichen Denkens und Handelns zu erfassen versucht und sich äußert als

•   rechte Anschauung
•   rechtes Wollen
•   rechtes Reden
•   rechtes Tun
•   rechtes Leben durch sittliches Verhalten
•   rechtes Streben
•   rechtes Gedenken
•   rechtes Sichversenken

3. Die wichtigsten Strömungen im Buddhismus



Der Potala-Palast war über Jahrhunderte das Zentrum der Herrschaft des Dalai-Lama, welche durch die chinesische Okkupation im Jahre 1950 beendet wurde.

   
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