Dieses Fresko von Giotto di Bondone (1266 – 1337), das er zwischen 1304 und 1306 schuf, zeigt die Szene der unbefleckten Empfängnis¹
Mariens, wie sie im apokryphen² Evangelium des Jakobus erzählt wird. Im Moment des Kusses zwischen Joachim und Anna habe die
unbefleckte Empfängnis Mariens stattgefunden. Giotto stellt dieses Geschehen vor der Goldenen Pforte, einem historisch verbürgten
Ort in Jerusalem, dar. Die Goldene Pforte war das Osttor Jerusalems. Einer alten Weissagung zufolge sollte hier der Messias
in die Stadt Jerusalem einziehen.

St. Anna

Der Name bedeutet die Begnadete oder die Anmutige. Das Fest der heiligen Anna feiert die Kirche am 26. Juli.

Anna, die Mutter Jesu, wird sowohl im Neuen Testament als auch in der volkstümlichen Heiligenverehrung immer im Zusammenhang mit ihrer Familie genannt, mit ihrem Mann Joachim und ihrer Tochter Maria. Die älteste Quelle für das Bild der Vorfahren Jesu, in der von den Gerechten Joachim und Anna berichtet wird, ist das apokryphe Jakobusevangelium. Hier wird erzählt, wie sehr Joachim und Anna unter ihrer Kinderlosigkeit litten. Somit entsteht eine Parallele zu Abraham/Sarah und Elkana/Hanna, den Eltern Samuels, sowie zu Zacharias und Elisabeth, den Eltern des Täufers Johannes, welche alle das damals als grausam empfundene Schicksal der Kinderlosigkeit zu tragen hatten. Doch auch Anna und ihrem Mann Joachim wird die Gnade eines spätgeborenen Kindes zuteil. Dieses Kind namens Maria ist die spätere Mutter Jesu.


1) Mit Unbefleckter Empfängnis bezeichnet die Kirche die Erwählung Mariens in dem Sinne, dass sie vom Anbeginn ihrer Existenz sündenlos, von Sünden unbefleckt, gewesen sei. Wie Jesus Christus.
2) gr., verborgen, dunkel; Mit Apokryphen bezeichnet die Kirche jene Schriften des 1. und 2. Jahrhunderts, die zwar von Jesus berichten, aber aus verschiedenen Gründen nicht allgemein anerkannt wurden.





   
Seitenanfang
Seitenende