1511 schuf Tizian in der Scuola di Santo in Padua dieses Fresko, welches das Wunder des sprechenden Neugeborenen darstellt,
das seine des Ehebruchs bezichtigte Mutter von dieser Schuld freispricht.

St. Antonius von Padua

Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet der vorne Stehende. Das Fest des heiligen Antonius begeht die Kirche am 13. Juni.

Dieser überaus beliebte Heilige, 1195 – 1231, stammte aus einer vornehmen Familie aus Lissabon und trat mit fünfzehn Jahren in ein Stift der Augustinerchorherren seiner Heimatstadt ein. Unzufrieden mit andauernden politischen Streitigkeiten in seinem Kloster, welche durch die Zeitläufte gegeben waren, und fasziniert von der Ordensidee des Franz von Assisi, schloss er sich mit 25 Jahren den Franziskanern an. Seine Ordensoberen erkannten schnell seine Talente. Papst Gregor IX. nannte ihn nach einer Predigt voller Bewunderung: „Schrein der Heiligen Schrift“. Franziskus selbst beauftragte ihn, in Bologna das erste Studienhaus des Ordens zu gründen und die Franziskaner Theologie zu lehren, „jedoch so, dass weder in dir noch in ihnen der Geist des Gebetes ausgelöscht werde gemäß der Regel, die wir versprochen haben“.

Er war ein unermüdlicher Lehrer seines Ordens und ein fulminanter Prediger. In den erhaltenen Mitschriften seiner Reden findet sich kein einziges böses Wort gegen die Ketzer¹,welche damals die kirchlichen Institutionen in Frage stellten. Auf ihn geht auch ein seit dem 15. März 1231 bestehendes Gesetz in Padua zurück, das gebot, dass ein Schuldner nur mehr mit seinem Besitz, nicht aber mit seiner Person, seiner Freiheit und seiner Familie haften dürfe. Sein Kräfte zehrendes Wirken führte letztlich zu seinem frühen Tod. Kaum zehn Monate später wurde er heilig gesprochen. Die zahlreichen Wunder, die ihm zugeschrieben wurden, machten seine Basilika in Padua zu einem wichtigen Wallfahrtsort.



1) Das aus dem Griechischen kommende Wort bedeutet die Reinen, da sie die Auffassung vertraten, die Lehre Jesus rein und unverfälscht zu realisieren, im Gegensatz zur hierarchischen Kirche, welche in das Machtgefüge der Zeit hineinverwoben war.





   
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