4. Die drei göttlichen Tugenden


Raffael, 1483 – 1520: Fides, Spes, Caritas am Baglioni-Altar, Vatikan (Ausschnitte)


Die göttlichen Tugenden ermöglichen dem Menschen die Teilnahme an der göttlichen Natur, sie beziehen sich unmittelbar auf Gott. Sie haben ihn zum Ursprung und zum Ziel.



Der Glaube (Fides) ist jene göttliche Tugend, durch die der Mensch sich auf Gott ausrichtet und all das bedenkt, was Gott geoffenbart hat, um danach sein irdisches Leben zu gestalten.



Durch die Hoffnung (Spes) sehnt sich der Mensch nach dem ewigen Leben als seinem unvergänglichen Glück. Indem er auf die Verheißungen Christi vertraut, erkennt der Mensch, dass die eigenen Kräfte sich bereits in diesem Leben als unzureichend erweisen. Die Tugend der Hoffnung bewahrt vor Entmutigung, gibt Halt in Verlassenheit und macht das Herz weit.



Jesus machte die Liebe (Caritas) zum neuen Gebot. Er zeigt, dass die Liebe das Gesetz des AT vollendet. Die Liebe steht über allem. Sie ist die höchste der göttlichen Tugenden. Deshalb schreibt Paulus an die Korinther: „Es bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe“ (1 Kor 13, 13).


   
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