Kreidelithographie nach dem Gemälde von Hans Holbein dem Älteren
(um 1465 – um 1524) aus dem frühen 16. Jahrhundert

St. Elisabeth von Thüringen

Der aus dem Hebräischen abgeleitete Name bedeutet Gott ist mein Schwur. Das Fest dieser Heiligen wird am 19. November gefeiert.

Als Tochter des Königs von Ungarn wurde Elisabeth, 1207 – 1231, als vierzehnjähriges Mädchen mit dem zehn Jahre älteren Landgrafen Ludwig von Thüringen verheiratet. Sie lebten auf der Wartburg und hatten drei Töchter und einen Sohn. Nur Ludwig rechenschaftspflichtig, zeichnete sie eine großherzige Mildtätigkeit aus. Einst trug sie für die Notleidenden unter ihrem Mantel Lebensmittel den Burgberg hinunter, als sie ihren Gemahl traf. Er griff nach ihrem Mantel, um zu sehen, was sie darunter verborgen habe. Was er fand, war ein Strauß roter und weißer Rosen. Das eheliche Glück fand sein Ende, als Ludwig 1227 zum Kreuzzug aufbrach. Er starb auf dem Weg ins Heilige Land.

Die zahlreichen Legenden, welche das Leben Elisabeths zum Teil in ein merkwürdiges Licht stellen, erschweren den Zugang zu ihrer Biographie. Es gibt Berichte, die besagen, dass sie nach dem Tode Ludwigs von ihren Verwandten aus der Wartburg vertrieben wurde und mit ihren Kindern ein ärmliches Leben fristete. Sie hatte sich schon zu Lebzeiten ihres Ehemannes in die geistliche Obhut des fanatischen Mönchs Konrad von Marburg begeben, der es als seine große Aufgabe ansah, der in Elisabeth angelegten Heiligkeit zum vollen Durchbruch zu verhelfen. Dies führte wiederholt zu grausamen Geißelungen, zu denen er sie überredete. Von ihrem Witwenvermögen hatte Elisabeth in Marburg ein Hospital errichtet, wo sie im grauen Gewand des Dritten Ordens des heiligen Franziskus Kranke pflegte. Im November 1231 erkrankte sie. Sie verschenkte ihr restliches Vermögen und tröstete ihre Gefährtinnen. Am 16. November gegen Mitternacht starb sie. Sie wurde in Marburg bestattet und bereits vier Jahre nach ihrem Tod heilig gesprochen.


   
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