2. Eschatologie

Dieser aus dem Griechischen kommende Begriff bezeichnet die Lehre von den letzten Dingen, die da sind: Tod, Gericht, Himmel, Hölle.

Die christliche Vorstellung von der Bedeutung des Todes ist untrennbar verbunden mit der Auffassung von der unsterblichen Seele des Menschen. Mit Seele bezeichnen die Christen das immaterielle Eigentliche des Menschen. Das altgermanische Wort sele ist wahrscheinlich eine Ableitung von die zum See Gehörende. Nach dieser Vorstellung wohnten die Seelen der Toten im Wasser und in den Nebelschwaden.

Das Christentum sieht im Tod die den Menschen zugewandte Seite jenes geheimnisvollen Ganzen, dessen andere Seite die Auferstehung ist. So ergibt sich eine Verbindung zu jener Sicht, welche der antike römische Philosoph Seneca formulierte: Wie die Geburt den Übergang vom Leben im Mutterleib ins eigenständige Leben darstellt, bildet der Tod einen Übergang in ein uns unbekanntes Dasein.

Unter Himmel versteht das Christentum den Zustand der unmittelbaren Gottesnähe, weder einen Ort noch eine Zeit. Das Wort selbst, dessen Herkunft umstritten ist, geht möglicherweise auf Hammer zurück. Dies könnte auf die alte Vorstellung verweisen, dass der Himmel ein mit Hämmern geformtes Steingewölbe darstellt.

Das Wort Hölle geht auf die germanische Todesgöttin Hel zurück. Man bezeichnete damit ursprünglich den Bereich der Toten. Das Christentum benennt damit aber jenen Zustand, in den der Mensch fällt, wenn er sein Leben voller Bosheit und Verweigerung der Liebe gestaltet und jede Umkehr verweigert. So wurde die Vorstellung von der Hölle auch zu einem mahnenden Hinweis auf die Einmaligkeit und Unwiederbringlichkeit des Augenblicks und ein Bild der Verantwortung des Menschen für sein Leben.



Auferstehung der Toten, Fenstermedaillon, um 1200, hôtel de Cluny, Paris

   
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