Dieses noch zu Lebzeiten des Heiligen entstandene Fresko
befindet sich im Kloster San Benedetto in Subiaco

St. Franziskus

Der Name bedeutet der Franke, der Freie. Das Fest des heiligen Franziskus feiert die Kirche am 4. Oktober.

Franziskus, 1181 – 1226, stammte aus der in Assisi ansässigen, wohlhabenden Kaufmannsfamilie Bernardone. Er genoss das Leben eines privilegierten Sohnes aus reichem Hause und erhielt auch eine entsprechende Schulbildung. Während der langwierigen und blutigen Auseinandersetzungen zwischen Assisi und Perugia geriet er in Gefangenschaft und wurde schwer krank.

Während der Zeit der Krankheit wurde er ein anderer Mensch. Nach seiner Genesung entsagte er seinem Erbe, verließ sein Elternhaus und führte bald mit immer mehr Gefährten ein Leben in völliger Bedürfnislosigkeit, pflegte Kranke und half den Armen. Er wusste, dass der Stand des Klerus und der Ordensleute ein Leben mit gesicherter Zukunft bedeutete. Es war nicht das Leben in der Nachfolge Christi, sondern ein höchst angesehener Stand in der Gesellschaft mit vielen Privilegien. Dieser gesicherten Zukunft wollte er entsagen. Er übte aber niemals Kritik über den „hohen Komfort“ des Klerus. Als Mann am Rande der Gesellschaft, ein Armer unter Armen, als der sich Franz verstand, wollte er niemanden kritisieren. Der Papst bestätigte seine Ordensregel, sodass den inzwischen zahlreich gewordenen Sympathisanten, die ihn verehrten, eine klare Struktur des Zusammenlebens gegeben werden konnte. Doch diesen steigenden Anforderungen fühlte sich Franziskus nicht gewachsen. Er gab die Leitung des frisch gegründeten Ordens ab und zog sich in die Einsamkeit eines Eremitendaseins zurück.

Zwei Jahre vor seinem Tod begann seine letzte Lebensphase, welche durch die Stigmatisierung¹ gekennzeichnet war. Thomas von Celano² berichtet, sich auf das Zeugnis des Franziskanerbruders Leo berufend: Da sah er in einem Gottesgesicht einen Mann über sich schweben, einem Seraph ähnlich, der sechs Flügel hatte und mit ausgespannten Händen und auseinander gelegten Füßen ans Kreuz geheftet war. Zwei Flügel erhoben sich über seinem Haupt, zwei waren zum Fluge ausgespannt, zwei endlich verhüllten den ganzen Körper. Als der selige Diener des Allerhöchsten dies schaute, wurde er von übergroßem Staunen erfüllt, konnte sich aber nicht erklären, was dieses Gesicht bedeuten solle… Während er sich verstandesmäßig über das Gesicht nicht klar zu werden vermochte und das Neuartige an ihm stark sein Herz beschäftigte, begannen an seinen Händen und Füßen die Male der Nägel sichtbar zu werden in derselben Weise, wie er es kurz zuvor an dem gekreuzigten Mann über sich gesehen hatte.

Ein Jahr vor seinem Tod verfasste Franz von Assisi, fast erblindet, seinen Sonnengesang. Er war bereits schwer krank und enttäuscht von manchen Entwicklungen in seinem Orden. Die meisten von Franziskus geschriebenen Texte wurden sorgfältig aufbewahrt und blieben bis heute im Stammkloster in Assisi erhalten.

Bereits zu seinen Lebzeiten galt er als herausragende Gestalt. Dante schreibt über ihn im dritten Teil seiner Göttlichen Komödie: „wie eine Sonne ging er der Welt auf...“ Er gilt als einer der größten Heiligen des Christentums.


1) Abgeleitet vom altgriechischen Hauptwort stigma‚ das 'Zeichen' bedeutet. So nennt man das Auftreten der Wundmale Christi am Körper eines lebenden Menschen.
2) 1190 – 1260, franziskanischer Chronist





   
Seitenanfang
Seitenende