9. Das Gewissen


Anna Chromy (* 1940): Il Commendatore, Prag (Skulptur zur Erinnerung an die Uraufführung von Mozarts Don Giovanni)

Jede Entscheidung, die wir treffen, wird auch durch andere Menschen beeinflusst, aber durch uns selbst bestimmt. Die Voraussetzung für die menschliche Verantwortung ist die Freiheit. Normen, Gesetze und Regeln sind Orientierungshilfen für eine richtige Entscheidung. Die oberste Instanz unseres Handelns ist unser Gewissen.

In seinem Innersten entdeckt der Mensch ein Gesetz, das er sich nicht selbst gibt und das ihn dazu aufruft, das Gute zu tun und das Böse zu meiden. Es gehört zu den Grundüberzeugungen des Christentums, dass dieser verborgene Kern im Menschen jenes Heilige darstellt, in dem der Mensch mit Gott allein ist, dessen Stimme er als sinnstiftende Orientierung erfährt.

Zugleich ist das Gewissen ein Urteil der Vernunft, durch das der Mensch erkennt, ob eine bestimmte Handlung gut oder schlecht ist.

Wer gegen sein Gewissen handelt, sündigt. Wer andauernd gegen sein Gewissen handelt, stumpft es ab, er kann gewissenlos werden. Schlussendlich bleibt aber die Hoffnung für einen Menschen, der etwas Schlechtes getan hat, dass sein Gewissen ein Motor für seine Besinnung und Umkehr werden kann.


   
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