6. Glocken


Die Pummerin im St. Stephansdom von Wien

In China gab es schon im zweiten Jahrtausend vChr. Glocken. Archäologische Funde belegen ihre kultische Bedeutung.
Irische Mönche verbreiteten die Glocken im sechsten Jahrhundert in Europa.
Die Zarenglocke im Moskauer Kreml ist die größte Glocke der Welt. Sie wurde 1733 gegossen und wiegt 202.000 kg. Allerdings wurde sie nie geläutet.

Kaiser Joseph I.* gab 1710 den Auftrag, aus Kanonen, welche die Osmanen in der zweiten Türkenbelagerung im Jahre 1683 vor Wien zurückgelassen hatten, eine Glocke zu gießen. Zum ersten Mal erklang sie am 27. Januar 1712, als Kaiser Rudolf VI. von der Kaiserkrönung in Aachen nach Wien zurückkehrte. In den Wirren gegen Ende des zweiten Weltkrieges stürzte die Pummerin am 12. April 1945 vom Südturm in die Tiefe und zerbrach.

Aus dem Material der alten Glocke, Teilen zweier ebenfalls abgestürzter Glocken aus dem Stephansdom, der sogenannten Halb- und Viertelpummerin, und Material aus anderen Beständen wurde im Jahre 1951, als Geschenk des Bundeslandes Oberösterreich, durch die Glocken- und Metallgießerei in Sankt Florian die neue Pummerin gegossen. Sie wiegt 21.383 kg, hat einen Durchmesser von 314 cm und eine Höhe von 294 cm samt der Krone. Die größte Wandstärke beträgt 23 cm. Am 13. Oktober 1957 erklang im Nordturm die neue Pummerin zum ersten Mal.

Die Pummerin wird nur zu speziellen Anlässen geläutet. Darunter fallen die hohen Festtage wie Ostern, Pfingsten, Fronleichnam, Heiliger Abend, Stefanitag, zu Ehren des Hauptpatrons der Kirche, und zum Jahreswechsel. Auch zu Allerseelen und am 23. April zum Domweihfest erklingt sie.

Ebenso beim Tod und der Wahl eines Papstes, beim Tod und der Inthronisation des Erzbischofs von Wien und beim Tod des Dompfarrers. Zusätzlich gibt es noch besondere Anlässe, wie den Trauergottesdienst für einen verstorbenen Bundespräsidenten beziehungsweise einen Bürgermeister von Wien.


   
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