7. Hiob


Léon Bonnat, 1833 – 1922: Hiob, Louvre

Hiob: Dieser semitische Name bedeutet Wo ist der Vater? Hiobs Heimatstadt Uz lag wahrscheinlich in der Nähe von Damaskus.

Das Thema des Buches Hiob, das zur Weisheitsliteratur gehört, ist nicht in erster Linie die Frage, wie das unverdiente Leiden der Menschen mit Gottes Gerechtigkeit vereinbar ist. Vielmehr geht es um das Problem: Wie ist das Leiden in das menschliche Leben zu integrieren? Die alte Auffassung der Freunde Hiobs, die ganz in der Tradition des AT stehen, Leiden seien Strafen für die Sünden der Menschen, wird verworfen. Demgegenüber tritt nun die geschilderte Zuwendung Gottes zum leidenden Menschen. Die Frage des Leids wird nicht beantwortet. Vielmehr bleibt sie durch die Unergründlichkeit Gottes offen.

Das Buch schildert das irdische Glück Hiobs, die Audienz Satans im Himmel, die darauf folgenden Schicksalsschläge Hiobs, seine Gespräche mit den Freunden, die Anklage Gottes durch Hiob und Gottes Antwort. Einhelligkeit herrscht in der heutigen Bibelwissenschaft darüber, dass spätere Einfügungen in das Buch seine Hauptaussage korrigieren wollten, da dem Leiden eine erzieherische Bedeutung zugemessen werden sollte, um Jahwe in die alte Vergeltungslehre wieder einzufügen. Doch ändert dies nichts an der Grundaussage des Buches, welche Gott anklagt und die Frage nach dem Leid für unbeantwortbar hält.


   
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