9. Johannes der Täufer



Bernardo Luini, 1480 – 1532: Salome mit dem Haupt Johannes des Täufers, KHM Wien

Nach dem Lukasevangelium war Johannes der Sohn des Tempelpriesters Zacharias und seiner Frau Elisabeth, einer Kusine Mariens. Seine Geburt und Berufung zum Propheten wurden dem Zacharias von einem Engel angekündigt. Zwischen 28 und 30 trat Johannes, der sich in Kamelhaarfellen kleidete und sich von wildem Honig und Heuschrecken ernährte, als Wanderprediger auf und kündigte den kommenden Messias an. Johannes taufte am Fluss Jordan. Sein Auftreten löste eine Volksbewegung aus, welche von Herodes Antipas (20 vChr – 39 nChr) mit wachsender Sorge verfolgt wurde, da der Täufer die Ehe des Herodes mit seiner Schwägerin Herodias tadelte. Herodes hatte seinen Bruder Philippus gezwungen, sich von Herodias scheiden zu lassen, um sie zu heiraten. Der König ließ den Täufer, den er eigentlich bewunderte, gefangen nehmen. Nach dem berühmten Tanz der Salome, der Tochter der Herodias, forderte diese durch ihre Mutter beeinflusst vom König den Kopf des Johannes. Herodes ließ ihn daraufhin enthaupten.. Anhänger des Johannes bestatteten ihn. Über den Täufer berichtet nicht nur das NT, sondern auch der in den Diensten der Römer stehende Geschichtsschreiber Flavius Josephus (37 – 100 nChr).


   
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