Caravaggio, 1573 – 1610, malte 1595/96 dieses Bildnis der heiligen Katharina. Es befindet sich im Museum Thyssen-Bornemisza in Madrid. → Gesamtansicht

St. Katharina

Der aus dem Griechischen kommende Name bedeutet die Reine. Das Fest der heiligen Katharina feiert die Kirche am 25. November.

Katharina wird als intelligente, gebildete, schöne und reiche junge Frau beschrieben. Allerdings entbehrte sie nicht einer gewissen Arroganz. Die Begegnung mit einem Eremiten führte sie zur Taufe.

Als die Neugetaufte zu einem heidnischen Opferfest in einen Tempel in Alexandria eingeladen wurde, beschloss sie diese Einladung anzunehmen, nicht jedoch um zu opfern, sondern um vor dem Kaiser Maxentius¹, der anwesend war, die Überlegenheit des christlichen Glaubens zu rühmen. Da Katharinas Argumente so überzeugend waren und der sich gedemütigt fühlende Kaiser sie nicht widerlegen konnte, lud er die junge Frau einige Tage nach dem Fest in seinen Palast ein, wo er sie gegen fünfzig heidnische Philosophen streiten ließ. Doch auch diese konnten gegen die Klugheit und die Überzeugungskraft der Jungfrau nichts ausrichten. Vielmehr anerkannten sie den Gott der Christen als den wahren Gott. Das machte Maxentius so wütend, dass er alle fünfzig auf dem Scheiterhaufen verbrennen ließ. Katharina wurde gerädert und im Kerker schwer misshandelt. Da ihre Wunden jedoch immer wieder auf wunderbare Weise geheilt wurden, erlitt sie schließlich den Märtyrertod durch Enthauptung. Ihr Grab befindet sich auf der Halbinsel Sinai, wo ihr zu Ehren das Katharinenkloster erbaut wurde.

Über Jahrhunderte war Katharina einer der häufigsten Frauennamen in der christlichen Welt. Hinter dem Namen steht eine Frauenfigur, die zwar historisch nicht greifbar ist, doch seit dem Mittelalter die Menschen außerordentlich faszinierte. Ihre Legenden lesen sich wie Märchen, sie sind – wie es eben Märchen sind – voller Symbolik. Katharina scheint einem seelischen Archetypus zu entsprechen. Schönheit, Klugheit, Reichtum und ein unbeirrbarer Glaube sind vier Eigenschaften einer hintergründigen Heiligen, die aber auch Projektionen vordergründiger Phantasien ihrer Verehrer auf sich zog.


1) Maxentius lebte von 278 bis 312. Er war ab 306 römischer Kaiser, wurde jedoch nicht allgemein anerkannt, was Unruhen mit sich brachte. Er starb in der Schlacht an der Milvischen Brücke im Kampf gegen Konstantin den Großen.





   
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