10. Die Marien

Im NT gibt es vier Frauen mit dem damals beliebten Vornamen Miriam.
Maria
ist die griechische Form des Namens.


Fra Angelico (1395-1455), 3 Marien am Grab Christi, San Marco, Florenz

An erster Stelle ist Maria, die Mutter Jesu,* zu nennen. Maria lebte in der kleinen Stadt Nazaret. Nach ihrer Verlobung mit Joseph, der aus dem Hause Davids stammte, war sie nach dem israelitischen Recht an ihren Verlobten gebunden. Die Verkündigung des Erzengels Gabriel an sie änderte ihr Leben. Die Verkündigungsstellen in den Evangelien weisen drei Motive auf: Das Kind wird der Sohn des Allerhöchsten sein. Es wird durch den schöpferischen Geist Gottes entstehen. Maria stimmt dem zu. Darin sieht der christliche Glaube den letzte Abschnitt der Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen. Die Evangelisten preisen den beispiellosen Glauben Mariens, verschweigen aber auch nicht, dass sie das Handeln Gottes nicht erfassen konnte. Der Seher Simeon prophezeite ihr, dass ein Schwert des Schmerzes ihr Herz durchbohren werde. Nach alter christlicher Tradition gilt Ephesus als Sterbeort Mariens, wo heute noch das Haus, in dem sie wohnte, gezeigt wird.

Maria Magdalena* ist eine der berühmtesten Frauengestalten der Bibel. Sie stammte aus der kleinen Stadt Magdala in der Nähe Jerusalems. Lukas 8, 2 erwähnt sie als eine der Frauen, welche Jesus geheilt hatte und ihn nun mit ihrem Vermögen unterstützten. Sie wird bei den Frauen unter dem Kreuz Jesu erwähnt und wird als erste Zeugin des Auferstandenen genannt. Ihr changierendes Leben zwischen menschlichen Abgründen und einem tiefen Glauben machte sie zu einer faszinierenden Frau, welche viele Maler inspirierte und Dichter beschäftigte, und ließ sie zu einer der bemerkenswertesten Heiligen der Kirche werden.

Maria, die Mutter des Apostels Jakobus des Jüngeren, gehörte zu den Frauen, die Jesus bis unter das Kreuz gefolgt waren und die seinen Leichnam salbten.

Maria hieß auch die Schwester des Lazarus und der Marta. Von ihr berichten die Evangelien, dass sie zu den Füßen Jesu, der mit den drei Geschwistern gut befreundet war, saß und seinen Worten lauschte. So wurde sie zu einer Symbolgestalt des auf Christus hörenden Menschen. Sie lebte mit ihrer Familie in Betanien, einer kleinen Stadt südöstlich von Jerusalem.


   
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