1. Saulus – Paulus


Älteste bekannte Darstellung des Paulus aus der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts.
Im Jahr 2009 wurde sie in den Katakomben der Tecla in Rom entdeckt.

Die Quellen zur Biographie des Paulus sind vor allem seine Briefe und die Apostelgeschichte. Als sicher von Paulus verfasst gelten der Brief an die Römer, die beiden Briefe an die Korinther, der Galaterbrief, der Philipperbrief, die beiden Briefe an die Thessalonicher, der Brief an Philemon und höchstwahrscheinlich der Brief an die Kolosser.

Paulus wurde zwischen dem Beginn der christlichen Zeitrechnung und dem Jahre 10 in der Stadt Tarsus in der römischen Provinz Kilikien* geboren. Tarsus galt als ein Mittelpunkt griechischer Kultur. Er stammte aus einer wohlhabenden, aramäisch und griechisch sprechenden jüdischen Familie und erhielt nach dem ersten König der Israeliten den Namen Saul. Um das Jahr 34 hatte er vor der Stadt Damaskus sein berühmtes Bekehrungserlebnis. Aus dem Feind der Christen, Saulus, wurde der Völkerapostel Paulus. Von Beruf war er Zeltmacher, diesen übte er auch während seines apostolischen Wirkens aus. Im Jahre 49 nahm er am Apostelkonzil teil. Den Schwerpunkt seiner Tätigkeit bildeten die drei Missionsreisen, welche ihn in die Länder des östlichen Mittelmeeres führten. Auf Betreiben jüdischer Gruppierungen, welche ihm neue Lehren und Schändung des Tempels vorwarfen, wurde Paulus im Jahre 58 verhaftet. Im Jahre 60 kam er nach Rom, wo er gemäß der Apostelgeschichte in milder Haft gehalten wurde. Seine Freilassung in Rom gilt als wahrscheinlich. Jedenfalls finden sich weder in der Apostelgeschichte noch in den ältesten Quellen Hinweise auf einen gewaltsamen Tod des Paulus. Wahrscheinlich starb er im Jahre 67 eines natürlichen Todes.

Die Theologie des Paulus kreist um die beiden Schwerpunkte des Leidens und Sterbens Jesu und seiner Auferstehung. Paulus ist vom Bewusstsein erfüllt, zu Gott unterwegs zu sein. Auch wenn sich seine Erwartung der Wiederkunft Christi wandelte, so blieb für ihn eines gewiss: Gott wird am Ende alles in allem* sein.

In der bildenden Kunst wird Paulus meist mit Glatze und langem Bart, Schwert und Buch, Wolf und Lamm dargestellt. Glatze und Bart galten in der Antike als Attribute der Weisen und Philosophen. Das Schwert weist auf seinen Tod hin, symbolisiert aber auch die Schärfe und Unbeirrbarkeit seines Argumentierens, das Buch bildet eine Anspielung auf die Verfasserschaft der meisten Briefe des NT. Der Wolf verweist auf den Christenverfolger Saulus, das Lamm auf den friedfertigen Völkerapostel.


   
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