Andrea Mantegna, 1431 – 1506: Heiliger Sebastian, um 1506,
Ca’ d’Oro, Venedig

St. Sebastian

Der Name bedeutet der Ehrwürdige. Das Fest des heiligen Sebastian feiert die Kirche am 20. Januar.

Im römischen Kalender des Jahres 354 wird Sebastian als Märtyrer angeführt. Die an der Via Appia gelegene Basilika, welche dem Heiligen geweiht ist, und die nach ihm benannte Katakombenanlage werden zwar erwähnt, doch gibt es ansonsten keine Hinweise auf seine Biographie. Die ältesten diesbezüglichen Berichte stammen aus dem fünften Jahrhundert. Danach war Sebastian Offizier der kaiserlichen Garde und von den Kaisern Diokletian und Maximian hochgeschätzt. Als bekannt wurde, dass er ein Christ war, wurde er vor ein kaiserliches Gericht gestellt. Er wurde an einen Pfahl gebunden und von Soldaten mit Pfeilen durchbohrt. Da sie meinten, dass er tot sei, ließen sie ihn liegen. Eine fromme römische Witwe namens Irene nahm den Schwerverwundeten in ihr Haus, um ihn dort gesund zu pflegen. Danach zeigte sich Sebastian wieder in der Öffentlichkeit, gleichsam wie vom Tod erstanden. Zum zweiten Mal zum Tode verurteilt, wurde Sebastian nun mit Keulen erschlagen und in die Cloaca Maxima¹ geworfen. Die wohlhabende Römerin Lucina nahm sich jedoch des Leichnams an und ließ ihn auf dem christlichen Friedhof an der Via Appia bestatten.

Diese Erzählungen sind von der Überzeugung getragen, dass das Leben unzerstörbar ist. Der Glaube der Christen an die Unsterblichkeit der Seele wird durch die vielen Märtyrerlegenden, welche die tatsächlichen grausamen Verfolgungen durch römische Staatsinstitutionen zum Ausgangspunkt haben, phantasievoll ausgeschmückt.


1) lat., größter Reinigungsgraben, war ein wichtiger Teil des antiken Kanalsystems von Rom, das auf den König Tarquinius Priscus im 7./6. Jahrhundert zurückgeführt wurde.





   
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