13. Wahrheit und Lüge

Das achte Gebot lautet in seiner Kurzform: Du sollst nicht lügen! Lügen bedeutet, bewusst und absichtlich gegen die Wahrheit zu reden oder zu handeln. Wer lügt, betrügt sich selbst und täuscht andere. Die Wahrheit ist oft so sehr verdunkelt und die Lüge so allgemein verbreitet, dass man die Wahrheit nicht erkennen kann, wenn man sie nicht liebt.*

Wahrhaftig zu leben bedeutet, sich selbst treu zu sein. Man handelt so ehrlich wie man redet. Der wahrhaftige Mensch hütet sich vor Doppelzüngigkeit, Verstellung, Täuschung und Heuchelei. Die schlimmste Form der Unwahrhaftigkeit ist der Meineid. Die ursprüngliche Form des siebten Gebotes lautete: Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten!

Ein großes Übel in allen menschlichen Gemeinschaften ist das Lästern über andere Menschen. Die Mitteilung der Wahrheit muss klug geschehen und von Liebe getragen sein. Nicht selten wird die Wahrheit als Waffe eingesetzt und entfaltet so eine zerstörerische statt einer aufbauenden Wirkung. Jemandem die Wahrheit oder was man dafür hält ins Gesicht zu schleudern, geschieht meist nicht aus Liebe zur Wahrheit, sondern aus niederen Motiven.

Alles, was man sagt, muss wahr sein, aber nicht alles, was wahr ist, muss man sagen.


   
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