Ade



... kleine Raupe

Die alte Abschiedsformel Ade geht auf den lateinischen Wunsch ad deum – zu Gott – zurück. Die zunächst im Niederdeutschen gebräuchliche Grußformel bedeutete sei Gott befohlen, Gott behüte dich. Das unsägliche Tschüs hat im Ade seinen Ursprung. Addio, Adios, Adieu gehen ebenso auf diese lateinische Wurzel zurück.

Das Paradoxon von Glauben und Unglauben soll durch diesen Abschiedsgruß verdeutlicht werden. Einerseits geht es um die Darlegung der Gründe für einen religiösen Agnostizismus, der sich am Ursprung des Christentums befindet, andererseits sei ausdrücklich hervorgehoben, dass Agnostizismus alles andere als triumphierender, selbstgewisser Atheismus ist, ja manchmal gleicht er fast einer Klage über die Abwesenheit Gottes.

Allen institutionalisierten oder in einer Symbiose mit dem Staat befindlichen Religionen ist es zu eigen, dass sie die Condicio humana zwar artikulieren, aber darauf letztgültige Antworten zu geben beanspruchen.

Religion baut auf der Gewissheit auf, dass der Mensch das Teuerste und Beste nicht aus sich selbst hat.

Schon dieses Erahnen des Unverfügbaren schließt ein dogmatisches Religionsverständnis aus, sei es jenes der formulierten Dogmen oder jenes der in den sogenannten Heiligen Büchern niedergelegten Exklusivitätsansprüche des Gottesbildes. Die Gründe für diese Zurückhaltung liegen in der Erkenntnis, dass eine dogmatische Religion dem Mysterium Gottes nicht entsprechen kann.

1. Non quia absurdum est, sed illustrandi causa

2. Das Fiasko des dogmatischen Christentums und ...

3. ... der Glanz des Scheiterns

4. Die alten Geschichten