1. Non quia absurdum est, sed illustrandi causa*

Unter dem Titel: „Dich bet ich an, Herr Jesu Christ“ gibt es in Carl Philipp Emanuel Bachs Markuspassion aus dem Jahre 1786 folgenden Text, welcher auf ein im protestantischen Raum gebräuchliches Kirchenlied zurückgeht:

Erlöser, dich verehrt der Christ;
zu dir, dem Freund der Sünder,
der du der Armen Zuflucht bist,
nah’n sich die Menschenkinder.
Holdselig ist dein Angesicht,
du bist des Blöden Zuversicht,
der schwachen Seelen Stärke.
Der Arme nimmt von dir sein Glück,
er rühmt, gestärkt durch deinen Blick,
lobsingend deine Werke.

Wenn es ihn gibt, ist Gott keine Idee, sondern eine Realität, welche nicht vom menschlichen Denken abhängt. Die Behauptungen der Religionen, über Gott etwas zu wissen, gründet in der Auffassung, dass sich Gott den Menschen mitgeteilt hat, was Offenbarung Gottes genannt wird. Die dogmatischen* Formulierungen dieser Offenbarung Gottes durch die Menschen widersprechen aber so sehr der Vernunft, dass sie für alle, welche das Wagnis denkender Existenz auf sich nehmen, schier unannehmbar sind.



Arcade Fire & David Bowie, Reflektor, CD Cover, 2013, Detail
(Auguste Rodin, Orpheus & Eurydice)