Apologie *


Büste des Sokrates: Palazzo Massimo alle Terme, 1. Jahrhundert, Rom

Nach Sokrates ist Philosophie keine Lehre, sondern eine Tätigkeit. Damit schiebt er alle hochtrabenden Erklärungsansprüche beiseite.
In seiner berühmten Verteidigungsrede, welche seine Schüler Platon und Xenophon in ihren Schriften überliefert haben, kommt dieses Verständnis von Philosophie deutlich zum Ausdruck.

In seiner Rechtfertigung vor etwa fünfhundert Athenern, die angesichts einer Anklage mit geforderter Todesstrafe über ihn zu Gericht sitzen, zieht Sokrates eine Bilanz seines Lebens. An Kühnheit und Ironie ist diese seine Rede nicht zu übertreffen.
Eine Rolle gespielt haben könnte für seine kompromisslosen, von Anbiederung oder Devotheit völlig freien Worte sein Alter – er war bereits siebzig Jahre. Er lehnte es auch ab, ins Exil zu gehen, was leicht möglich gewesen wäre und wozu ihm seine Freunde geraten hatten. Es war für ihn selbstverständlich, die Grundsätze seines Philosophierens gerade in dieser Situation hochzuhalten.

Täglich sind wir mit den Anmutungen des Alltags konfrontiert. Immer geht es um Machtgewinn und Machterhalt, um Ideologien, Halbwahrheiten und Lügen, um Anpassung, Durchsetzungskraft und Rhetorik, um Kampagnen und Intrigen, um Korruption und Bestechung, um Drohungen und Aggressionen. Heiligt der Zweck die Mittel, lassen auch wir uns von jener hässlichen Verkommenheit, welche uns umgibt, verderben? In eindrucksvoller Weise zeigt Sokrates, dass dies nicht sein muss.

1. Der edelste, verständigste und gerechteste Mensch

2. Die Rede

3. Das Gute um seiner selbst willen

   


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