Aposiopese



Odilon Redon: Schweigen, 1911, Museum of Modern Art, New York

Dieser aus dem Griechischen kommende Begriff ist am besten mit Verstummen oder mit Verschweigen zu übersetzen.

In der Rhetorik bezeichnet man mit Aposiopese den bewussten Abbruch der Rede oder eines begonnenen Gedankens vor der entscheidenden Aussage.

Einzelne Schulen der antiken Gnostiker verpflichteten sich, das ihnen anvertraute Unaussprechliche zu bewahren und über die zentralen Geheimnisse ihrer Lehren zu schweigen. Manche von ihnen erwähnten eine Göttin des uranfänglichen Schweigens, Sige. Bereits Ovid griff diesbezügliche griechische Mythen auf und gestaltet sie neu. Als Urbild der Sige nannte er eine Nymphe, der Zeus wegen ihrer Geschwätzigkeit die Zunge herausriss und daraufhin dem Hermes befahl, sie in die Unterwelt als eine der nun Schweigsamen gemäße Welt zu bringen. Hermes vergewaltigte sie trotz ihres stummen Flehens. Sie gebar daraufhin die Laren ...

Geht es um die Wahrheit, ist jedes geschwätzige Wort unangebracht, ebenso wie das Schweigen angemessen sein kann.

Verstummen aus Hilflosigkeit

Schweigen und Erkenntnis

Von Bildern, Weinen und Stoffen