Capitol

Als sakrales Zentrum Roms hatte das Capitol auch höchste politische Bedeutung. Der Amtsantritt der Konsuln wurde hier ebenso mit einem feierlichen Opfer begangen wie der Abschluss der Triumphzüge, die zum Capitol führten. Auch Senatssitzungen fanden immer wieder am Capitol statt.

Die Geschichte Roms ist zunächst durch drei Faktoren bestimmt:

Größte Bedeutung erlangte aber die Aufhebung¹ dieser drei Elemente im Hegel’schen Sinn in die stoische Philosophie.

Grundlegend für das römische Selbstverständnis war das römische Recht. Dieses wurde vom oströmischen Kaiser Iustinian I., der von 527 bis zu seinem Tod 565 regierte, im Corpus Iuris Civilis zusammengefasst und zur Grundlage des europäischen Rechtsverständnisses.

Damit verbunden war die Auffassung, dass die Römer aufgrund ihres Rechts- und Kulturverständnisses gegenüber den als jeder Bildung baren, rohen, grausamen, zuchtlosen anderen Menschen überlegen seien. Bei diesen als Barbaren Bezeichneten könne von wirklicher Sittlichkeit und Selbstzucht keine Rede sein, da sie zu Üppigkeit, Weichlichkeit und Wolllust neigten. Durch ihre Eingliederung in das römische Reich sollten die unterworfenen Völker von der römischen Kultur durchdrungen werden und ihren barbarischen Charakter überwinden.

Eine wesentliche Rolle spielte dabei die in der römischen Kaiserzeit maßgebliche Prägung des intellektuellen Lebens durch die stoische Philosophie. Deren Grundgedanke sah durch den Logos, die göttliche Gabe der Vernunft, alle Menschen miteinander verbunden. Seine Heimat finde der Mensch im göttlichen Kosmos und Logos, nicht in der Enge eines Volkes. Ein von solchen Ideen getragenes Imperium verstand sich zum Nutzen aller Menschen, auch wenn viele dies zunächst nicht zu erkennen vermöchten. Das Imperium Romanum der Kaiserzeit verstand daher seine Herrschaft nicht als Recht des Stärkeren, sondern als das des Besseren.

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1) Aufhebung im Sinne einer Überwindung einer Entwicklungsstufe, z.B. Aufhebung eines Gesetzes,
Aufheben im Sinn von Aufbewahrung, z.B. das Erhalten des Zukunftsträchtigen,
Aufheben im Sinne von Erhöhung auf eine höhere Stufe der Entwicklung, z.B. etwas vom Boden aufheben.



   


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