Golgotha



Der Name geht wahrscheinlich auf das aramäische Wort für Schädel zurück. Schädelstätte nannte man diesen Hügel bei Jerusalem wegen der schädelähnlichen Rundung des Geländes.

Im Neuen Testament wird Golgotha als Ort der Kreuzigung Jesu genannt. Als Hinrichtungsplatz und Begräbnisstätte lag Golgotha außerhalb der Stadtmauern. Wo Golgotha zu lokalisieren ist, kann heute nicht mehr gesagt werden. Trotz dieser Ungewissheit ist Golgotha von seiner Bedeutung her ein zentraler Ort des Christentums. Nicht so sehr als magischer Ort der Erinnerung, sondern als Ausdruck für das Glaubensverständnis der Kreuzigung Jesu, das bereits vom Gekreuzigten selbst formuliert wurde.

Gemäß dem Markusevangelium, dem ältesten der vier Evangelien, waren die letzten Worte Jesu am Kreuz: „Und zu der neunten Stunde rief Jesus laut: Eloi, Eloi, lama sabachthani? Das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?*

Dieser Schrei Jesu zeigt in prägnanter Deutlichkeit die als aussichtslos empfundene Ferne des von ihm als Vater bezeichneten Gottes. Was wäre durch ein größeres Ernstnehmen dieses Endes des jesuanischen Lebens aus dem Christentum und aus der europäischen Geschichte geworden, wenn die von Paulus vorgenommene Akzentuierung des christlichen Glaubens vom Auferstehungsmythos her nicht dominierend geworden wäre?

   


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