Hypomnema

Hypomnema (altgr. ὑπόμνημα) ist ein antikes literarisches Genre. Der Begriff setzt sich aus der Präposition Hypo (unter, nieder) und dem Substantiv Mneme (Erinnerung) zusammen und bedeutet niedergelegte Erinnerung, Notiz.

Hypomnemata waren in der Antike Schreibhefte und Notizbücher. Sie dienten der Unterstützung des Gedächtnisses und waren ohne jede literarische Absicht. Sie bildeten sowohl einen Triumph über das Vergessen, stellten aber auch persönliche Leitfäden zur Lebensführung dar. In sie trug man Zitate, Sinnsprüche, bedenkenswerte Einsichten und Ereignisse ein, welche beispielhaft erschienen. Diese Notizen waren dem Benutzer ein unersetzlicher Schatz fürs eigene Nachdenken. Alles, was einem wichtig erschien und wiedergelesen werden sollte, fand hier seinen Platz.

Zu ihrer größten Bedeutung gelangten die Hypomnemata in der Spätantike. Sie waren vor allem für die Anhänger der Stoa, aber auch für die christlichen Autoren ein schier unverzichtbares Instrument der Sammlung, Ordnung, Reflexion und Selbstbetrachtung. Sie traten in gewissem Sinn an die Seite der Freunde, um die als so wichtig erachtete Selbstprüfung zu unterstützen.

Manchmal bezeichnete man mit Hypomnemata auch bloß skizzenhafte Aufzeichnungen und formlose Entwürfe.

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