Idiosynkrasie



Graffito am Wiener Donaukanal, November 2014

Mit diesem griechischen Wort bezeichnete man in der Antike jene Mischung der Körpersäfte, von der man annahm, dass sie die jeweilige Beschaffenheit des Körpers und die Besonderheit der Persönlichkeit eines jeden Menschen bewirke. (idios – eigentümlich, seltsam; syn – zusammen; krasis – Mischung.) Heute wird dieser Begriff selten verwendet, am ehesten verbindet man ihn mit der Bedeutung 'Überempfindlichkeit', 'unüberwindliche Abneigung'.

Fern einem medizinischem oder psychopathologischem Verständnis kann der Begriff Idiosynkrasie auch als Ausdruck für nonkonformistisches Verhalten verstanden werden. In der heutigen Massengesellschaft gibt es für das Individuum immer weniger Realisierungsmöglichkeiten. Trotzdem stellen sich einige vehement dem Gängigen entgegen. Unverständnis und Abneigung der anderen könnten da fast als Bestätigung betrachtet werden, würde den anderen nur ein winziges Quantum an Kompetenz zugebilligt werden.

1. Konstruktion des eigenen Ich

2. Individualität, Abneigungen und Nonkonformismus

3. Olle Menschn samma zwida

4. Der unwürdige Greis. Eine Erzählung