Der Wanderer Martin Heidegger*

Martin Heidegger

Nichts bedeutet bei Martin Heidegger, dass die Wahrheit des Seins ausbleibt, obwohl das Seiende erscheint. Nihilismus heißt also, dass es mit allem in jeder Hinsicht nichts auf sich hat. Dieses Nichts ist aber weder selbst ein Seiendes noch nur die bloße logische Verneinung eines Seienden.

Der Mensch erfährt das Nichts in der Grundstimmung der Angst.
Dieser Grundstimmung geht eine andere zuvor, nämlich die Erfahrung des Menschen ins Dasein geworfen worden zu sein. Kein Mensch kann frei darüber entscheiden, ob er ins Dasein kommen will oder nicht. So findet er sich in dieser Welt vor und erfährt eine Grundstimmung, welche die Last des Daseins offenbart.
Die Angst selbst beschreibt Heidegger als unbestimmt und grenzenlos, im Unterschied zur Furcht, die sich auf etwas Bestimmtes richtet. Nach Heidegger offenbart die Angst das Nichts, und zwar so, dass es sich an dem Seienden, das als Ganzes entgleitet, kundtut.
Statt dass der Mensch sich diesen Grundstimmungen stellt, will er ihnen entfliehen, indem er in der Betriebsamkeit des Alltags aufgeht.

Die Alltagsroutine möchte das Nichts mit überlegener Geste preisgeben. Heidegger dagegen wies darauf hin, dass der Mensch sich erst dann versteht, wenn er das Nichts nicht preisgibt.
Alles, auch die vermeintlich so nüchterne und überlegene Wissenschaft, wird zur Lächerlichkeit, wenn das Nichts nicht ernst genommen wird.

Menschsein und das Eigentliche der Philosophie bestehen nach Heidegger darin, sich loszulassen in das Nichts, um von den Götzen loszukommen, die jeder hat und zu denen er sich wegzuschleichen pflegt, um sich der Grundfrage nicht stellen zu müssen: Warum ist überhaupt Seiendes und nicht vielmehr Nichts?


   
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