Jan van der Heyden: Stillleben

Öl auf Leinwand
Akademie der Bildenden Künste in Wien

Jan van der Heyden wurde 1637 in Gorkum geboren und starb 1712 in Amsterdam.

Dieses Stillleben mit Globus, Büchern und chinesischem Seidenstoff gelangte wie viele andere Bilder durch eine Schenkung Graf Lambergs 1822 in die Akademiesammlung.

Jan van der Heyden trat vor allem als Architekturmaler hervor, er entwickelte die Straßenbeleuchtung in Amsterdam und erfand den Feuerwehrschlauch, welcher beträchtliche Verbesserungen in der Löschtechnik zur Folge hatte.

Er war aber auch ein später Nachläufer der Kunst der Vanitasstillleben. Nach dem Abschluss des Westfälischen Friedens im Jahre 1648, der Einführung des Calvinismus als Staatsreligion 1651 und der Abwehr eines englisch-französischen Angriffs im Jahre 1672 waren Staat und Religion in Holland gefestigt. Jan van der Heyden vollzog vor diesem Hintergrund den letzten Höhepunkt der klassischen Kunstgattung des Stilllebens. Sein Erfolg ergab sich deshalb, weil seine Bilder in der Art der moralischen Selbstbefragung waren, welche als Kennzeichen der holländischen Gesellschaft, insbesondere in ihrer calvinistischen Ausprägung, angesehen werden kann.

Die dargestellten Gegenstände enthielten für den damaligen Betrachter eine eindeutige Botschaft. Sie bildeten metaphorische Gedächtnis-stützen für die Meditation über den Tod und das Ewige Leben. Da letzteres als Lohn für die Überwindung des Irdischen gilt, gibt es immer auch Elemente der Hoffnung. Bücher, Globus, Zirkel zeigen zwar die Wertschätzung der Wissenschaften, doch der umgeworfene Kelch im Zentrum des Bildes verweist auf die Vergänglichkeit allen Wissens und Strebens.




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