Jan Cornelisz Vermeyen: Bildnis eines älteren Mannes

Öltempera auf Holz
Akademie der Bildenden Künste in Wien

Jan Cornelisz Vermeyen wurde Ende des fünfzehnten Jahrhunderts in einem kleinen Dorf in der Nähe Haarlems geboren und starb 1559 in Brüssel.
Gezwungenermaßen begleitete er 1535 als Kriegsberichterstatter und Schlachtenmaler Kaiser Karl V. auf seinem Tunisfeldzug.

Dieses Porträt eines älteren Mannes trägt alle Besonderheiten, welche für Jan Cornelisz Vermeyen bezeichnend und unverkennbar sind: eigenwillige Gesichtszüge und gestikulierende Hände.

Das Bild zeigt weder einen Gelehrten noch einen protzigen Kaufmann. Es fehlt jede Inszenierung, welche auf den Beruf des Dargestellten Schlüsse zuließe. Die stilvoll elegante Kleidung mit ihrem kostbaren Pelz erfährt durch ein eher kleines Medaillon eine besondere Note und verweist so auf einen wohlhabenden, eher bescheidenen und angesehenen Bürger. Die eine Hand scheint einen Degen zu halten, während die andere eine unübersehbar prägnante Geste ausführt. Durch diese ausdrucksvolle Körpersprache wird das Bildnis zu einem die gesamte Aufmerksamkeit fesselnden Porträt.

Die etwas unregelmäßigen Gesichtszüge mit den aufmerksamen Augen und den schmalen, resigniert wirkenden Lippen scheinen die Schattenseiten des Lebens kennen gelernt zu haben. Vor allem die Hände verleihen diesem älteren Mann einen besonderen Ausdruck.

Das Gemälde bedient sich zwar der üblichen Darstellungsformen, doch die Statusabzeichen Handschuhe und Degen, welche auf einen Angehörigen eines höheren Standes hinweisen, ergeben durch das prägnante Gesicht und die Hände eine eindeutige Aussage: Die unüblich auf dem Tisch abgelegten Handschuhe, auf die der Mann verweist, und die resignierten Gesichtszüge stellen offenbar jedes kämpferische Handeln in Frage.




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