Diego Rodriguez de Silva y Velázquez:
Porträt des Papstes Innozenz X.

Öl auf Leinwand
Galerie Doria Pamphili

1649 erhielt Velázquez als Kunstbevollmächtigter Philipps IV. den Auftrag, für die königliche Sammlung Bilder und antike Skulpturen in Italien zu kaufen. Wie bei seinem ersten Besuch in Rom schuf er auch diesmal eigene Bilder, vornehmlich Porträts des römischen Hochadels. Im Jahre 1650 entstand während weniger Sitzungen ein Porträt von Papst Innozenz X. Auf seinem Thron zur rechten Bildseite hin ausgerichtet, blickt der Papst nach links, wodurch eine Spannung im Bild entsteht. Ein Ring mit einem Topas dominiert seine rechte Hand. Der Maler vermied es, die sprichwörtliche Hässlichkeit und Härte des Papstes realitätsgetreu darzustellen. Wohl aber zeigt sein Porträt des Papstes einen misstrauischen, fast lauernd und verschlagen wirkenden Papst auf einem prachtvollen Lehnsessel vor einem roten kostbaren Vorhang sitzend. Innozenz trägt eine Camauro auf seinem Haupt, eine Samtmütze, welche die Päpste bis ins XIX. Jahrhundert außerhalb der Liturgie trugen. An seinem rechten Ringfinger trägt er den päpstlichen Ring und hält in der anderen Hand ein kleines Schriftstück, auf dem deutlich zu lesen ist: Alla Santa di Nr. Sigre Innocencio X. Per Diego de Silva Velázquez dela Camera di s. Mte Cattca. 1650 (An Seine Heiligkeit Papst Innozenz X. von Diego de Silva y Velázquez, dem Hofmaler Seiner Majestät des katholischen Königs).

Troppo vero, soll der 75jährige Porträtierte über sein Konterfei gesagt haben.

Das Porträt von Innocent X hat seinen Standort vom Moment seiner Entstehung bis heute nicht verändert. Es ist in der Galerie Doria Pamphili in der Via del Corso in Rom zu sehen. Der Bestand des Museums basiert auf der persönlichen Sammlung von Innocenz X, welcher als Giovanni Battista Pamphilj geboren wurde.

Diego Rodriguez de Silva y Velázquez wurde 1599 in Sevilla, der damals zweitgrößten Stadt Spaniens, geboren. Sein Vater war portugiesischer Abstammung und lebte schon lange in Sevilla. Seine Mutter entstammte einer adeligen Familie dieser Stadt. Er erhielt die übliche Ausbildung, welche auch die alten Sprachen enthielt. Als man auf seine künstlerische Begabung aufmerksam wurde, durfte er einen Lehrvertrag bei Francisco Pacheco unterschreiben. Dieser war nicht nur ein angesehener Maler, sondern auch Historiker und wurde wegen seines philosophischen Interesses geschätzt. Er hatte Zugang zu den literarischen Kreisen der Stadt. Seine humanistische Denkungsweise wurde für Velázquez bestimmend.

1618 vermählte sich Velázquez, jetzt bereits ein unabhängiger Maler, mit Juana Pacheco, der Tochter seines Lehrmeisters, und begann eigenständig zu arbeiten. Der Schwerpunkt während dieser frühen Epoche lag in Genrebildern und religiösen Darstellungen. Diese Bilder waren naturalistisch geprägt und der Einfluss Caravaggios durch die Licht- und Schattenkontraste deutlich erkennbar.

1623 wurde Velázquez durch den Herzog von Olivares, einen aus Sevilla stammenden Günstling Philpps IV., an den königlichen Hof berufen. Seine Bilder fanden bald das Gefallen des Königs, welcher ihm sein Vertrauen und sogar Freundschaft entgegenbrachte. Durch das Studium der venezianischen Meister wurde seine stilistische Weiterentwicklung stark geprägt. Von 1629 bis 1631 reiste er nach Italien. In den Jahren 1649 bis 1651 erfolgte eine weitere Italienreise.

Er starb 1660, hoch angesehen und bereits in ganz Europa bekannt, in Madrid.




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