Leseliste Wintersemester 2008/09

Jan Assmann    Spaemann    Kallscheuer    Gomez Davila    Bruno Snell

Für ungenügsame, unzufriedene, forschende Zweifler:

Jan Assmann:  Die mosaische Unterscheidung, Carl Hanser Verlag 2003.

Das Buch beschreibt die Veränderungen, die der Monotheismus für die Vorstellung von der Welt, vom Menschen selbst und von der Ethik mit sich gebracht hat...

Für Gläubige, die sich ihrer Vernunft bedienen:

Robert Spaemann:  Der letzte Gottesbeweis, Pattloch Verlag 2007.

Jeder geistig offene Mensch kann diesen Gottesbeweis intellektuell nachvollziehen...

Für religiös Interessierte, die modische Dünndenker verabscheuen:

Otto Kallscheuer:  Die Wissenschaft vom lieben Gott, Eichborn Verlag 2006.

Ein Publikum, das sich vernünftig vorkommt, scheint sich von einem der größten intellektuellen Abenteuer der europäischen Geschichte verabschiedet zu haben, der Theologie. Dieses Buch bietet eine Theologie für Rechtgläubige, Andersgläubige, Agnostiker und Atheisten...

Für Liebhaber paradoxen Denkens und Nichtoptimisten:

Nicolás Gómez Dávila:  Das Leben ist die Guillotine der Wahrheiten, Eichborn Verlag 2006.

Extrem verdichtete Aphorismen bilden den Sprengsatz für eine ermüdete, saturierte, in materiellen Gewissheiten versinkende Gegenwart...

Für Ergründer des Entwicklungsprozesses des abendländischen Geistes:

Bruno Snell:  Die Entdeckung des Geistes, Vandenhoeck & Ruprecht Verlag 2000.   (Amazon search inside)

Über das Erwachen der Persönlichkeit, die Entstehung geschichtlichen Bewusstseins, den Weg vom mythischen zum logischen Denken und die Entdeckung der Menschlichkeit bei den Griechen...


Lem, Eden    Weiss, Abschied    Nossack, Lucius    Lord of the Flies    Kristof, Heft

Für in eine außerirdische Zivilisation Reisende, die sich auf der Erde wiederfinden:

Stanislaw Lem:  Eden, dtv 1959.

Ein irdisches Raumschiff stürzt auf einem unbekannten Planten ab. Die Mannschaft begegnet einer unbekannten Zivilisation, die sich als Alptraum enthüllt...

Für Kinder, die sich ihren Eltern entfremden:

Peter Weiss:  Abschied von den Eltern, Suhrkamp 1961.

Dieses Buch handelt vom Zauber und von den Abgründen der Kindheit, vom schmerzhaften Prozess des Wachstums und der unausweichlichen Loslösung von den Eltern. Es ist das Protokoll einer Selbstbefreiung....

Für traurige Individualisten:

Hans Erich Nossack:  Das Testament des Lucius Eurinus, Suhrkamp 1965.

Er betrachtet sich als einen der letzten freien Bürger Roms. In der heraufkommenden christlichen Zeit sieht er ein Auseinanderklaffen von Geist und Liebe. Seine Frau wird Christin und projiziert ihre Liebe zu ihrem Mann in eine allgemein verbindliche Nächstenliebe. Die Erkenntnis, dass sie auch ohne ihn weiter leben kann, wählt er den Freitod...

Für illusionslose Realisten:

William Golding:  Herr der Fliegen, Fischer 1956. (Lord of the Flies, 1954)

Infolge eines Flugzeugabsturzes muss eine Gruppe von Jugendlichen ohne Erwachsene auf einer Insel überleben...

Für grausame Helden in einer durch und durch verdorbenen Welt:

Agota Kristof:  Das große Heft, Piper 1987. (Le grand cahier, 1986)

Zwei kleine Brüder halten bedingungslos zueinander, was sie nahezu unverwundbar macht. Alles, was sie als wahr erachten, tragen sie in 'Das große Heft' ein. Gegen die Stärke der beiden Kinder, aber auch gegen ihre Erbarmungslosigkeit, scheint die Welt der Erwachsenen abzuprallen...






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