Martin Heidegger bei seiner Hütte in Todtnauberg

Martin Heidegger

In der gesamten westlichen Welt, nicht nur in Europa, ist Martin Heidegger (1889 bis 1976) einflussreich. Zugleich ist er einer der am stärksten umstrittenen Philosophen. Seine entschiedenen Gegner werfen ihm vor, wie einst Schopenhauer dem ihm verhassten Hegel, das Getöne seiner Sprache sei nicht auszuhalten und seinen Sätzen sei kein Sinn abzugewinnen. Seine Verstrickung in den Nationalsozialismus ist ein weiterer Kritikpunkt. Wohlmeinendere gestehen ihm zu, er sei kein Philosoph, sondern eher ein Philologe. Seine Anhänger hingegen sehen in Heideggers Werk einen Markstein, welcher eine mehr als zweitausendjährige Fehlentwicklung der Philosophie benennt und einen völlig neuen Anfang setzt.

Biographisches

Martin Heidegger wurde in Meßkirch bei Sigmaringen als Sohn eines Fassbinders und katholischen Mesners geboren. Dieser seiner Heimat fühlte er sich zeit seines Lebens eng verbunden. Sein liebster Aufenthalt war eine einfache Hütte im Hochschwarzwald.

Den Besuch eines Gymnasiums und eine Finanzierung seines Universitätsstudiums verdankte er der Förderung der katholischen Kirche, da seine Familie in einfachen Verhältnissen lebte. 1909 trat er in Feldkirch als Novize in den Jesuitenorden ein. Seine Loslösung von der Religion machte ihm noch Jahre lang zu schaffen. Er promovierte 1913 und wurde 1916 mit Die Kategorienlehre und Bedeutungslehre des Duns Scotus habilitiert. Im gleichen Jahr noch wurde er Assistent bei Edmund Husserl in Freiburg im Breisgau. 1928 folgte er Husserl nach.

1933 trat er der NSDAP bei und wurde im April zum Rektor der Universität gewählt. Doch schon 1934 sah er ein, dass er sich auf einem Irrweg befand und trat zurück. In einem Brief an Karl Jaspers sprach er von einem misslungenen Rektorat. Seine Verstrickung in den Nationalsozialismus ist jedoch bis heute ein Thema der Heidegger-Forschung. Insbesondere seine berühmten Schwarzen Hefte, deren Publikation er erst nach seinem Tod erlaubte, zeigen, dass er entweder politisch naiv war oder aus tiefer Überzeugung dachte und handelte. 1941 schrieb er in seine Schwarzen Hefte: „Alles muss durch die völlige Verwüstung hindurch. Nur so ist das zweitausendjährige Gefüge der Metaphysik zu erschüttern“.

1945 erhielt er von den Alliierten Lehrverbot. 1951 wurde er emeritiert. Nach seiner Emeritierung hielt er wieder Seminare auf der Universität, gab Interviews – besonders bekannt wurde jenes in der Zeitschrift Spiegel aus dem Jahre 1966, das aber erst nach seinem Tod veröffentlicht werden durfte, – und hielt viel beachtete Vorträge. Heidegger starb am 26. Mai 1976 in Freiburg und wurde zwei Tage später in Meßkirch bestattet. Die Grabrede hielt Heideggers Schüler Bernhard Welte in seinem katholischen Priesterornat.

Sein und Zeit
Unterwegs zur Sprache
Nachwirkungen

Nachlass





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